Säumnisbeschwerde – Einzel – Beschluss des BFG vom 11.05.2021, RS/7100029/2021

Zurückgenommenerklärung einer mangelhaften Säumnisbeschwerde

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Stammrechtssätze

RS/7100029/2021-RS1 Permalink
Wie der Verwaltungsgerichtshof in ständiger Rechtsprechung entscheidet, kommt einer E-Mail im Anwendungsbereich der BAO (in Bezug auf die von den Abgabenbehörden des Bundes zu vollziehenden Aufgaben) nicht die Eigenschaft einer Eingabe zu, wobei es sich nicht einmal um eine einem Formgebrechen unterliegende, der Mängelbehebung gemäß § 85 BAO zugängliche Eingabe handelt. Ein mit E-Mail eingebrachtes Anbringen löst weder eine Entscheidungspflicht der Behörde aus, noch berechtigt es die Behörde, eine bescheidmäßige Entscheidung zu fällen, die von einem Anbringen abhängig ist. Die Abgabenbehörde ist nicht einmal befugt, das "Anbringen" als unzulässig zurückzuweisen, weil es sich bei einer solchen E-Mail eben nicht um eine Eingabe an die Behörde handelt.
RS/7100029/2021-RS2 Permalink
Einer E-Mail kommt die Eigenschaft einer Eingabe auch dann nicht zu, wenn das Finanzamt (oder das Bundesfinanzgericht) ein derartiges Anbringen (zunächst) in Bearbeitung nimmt oder ein Bescheid die E-Mail-Adresse des Referenten anführt.
RS/7100029/2021-RS3 Permalink
Nur der Spruch eines Bescheides, nicht aber allein dessen Begründung ist einem Rechtsmittel zugänglich.

Entscheidungstext

BESCHLUSS

Das Bundesfinanzgericht hat durch die Richterin Elisabeth Wanke in der Beschwerdesache betreffend Säumnisbeschwerde des ***1*** ***2***, ***3*** ***4***, ***5***, Ungarn, vom 30.3.2021, beim Bundesfinanzgericht eingelangt am 9.4.2021, wegen behaupteter Verletzung der Entscheidungspflicht (offenbar) durch das Finanzamt Österreich, 1030 Wien, Marxergasse 4, betreffend "Nichtzahlung der Familienbeihilfe trotz bestätigtem Anrecht darauf sowie aufgehobenem Haftungsbescheid und Nichtbeantwortung eingebrachter Beschwerden (- Säumnisbeschwerde - Gerichtsbeschluß BFG - Abweisungsbescheid - Vorlageantrag - Aufhebungsbescheid)," zur Versicherungsnummer ***6*** bzw. Abgabenkontonummer 08 ***7*** beschlossen:

I. Die Beschwerde wird gemäß § 85 Abs. 2 BAO als zurückgenommen erklärt.

II. Gegen diesen Beschluss ist gemäß Art. 133 Abs. 9 B-VG i.V.m. Art. 133 Abs. 4 B-VG und § 25a VwGG eine Revision nicht zulässig.

Begründung

Säumnisbeschwerde

Beim Bundesfinanzgericht langte am 9.4.2021 folgende mit 30.3.2021 datierte Säumnisbeschwerde ein, die vom Beschwerdeführer (Bf) ***1*** ***2*** selbst, und nicht durch dessen rechtsfreundlichen Vertreter, beim Bundesfinanzgericht auf dem Postweg eingebracht wurde (Hervorhebungen wie im Original):

Säumnisbeschwerde des ***1*** ***2*** ***6***

Abgabennummer 08 ***7*** gegen das Finanzamt 1130, Marxergasse 4, 1030

Betreffend:

Nichtzahlung der Familienbeihilfe trotz bestätigtem Anrecht darauf sowie aufgehobenem Haftungsbescheid

und Nichtbeantwortung eingebrachter Beschwerden (- Säumnisbeschwerde - - Gerichtsbeschluß BFG - Abweisungsbescheid - Vorlageantrag - Aufhebungsbescheid),

insbesonders im Zusammenhang mit der formal unzureichenden Begründung des Aufhebungsbescheids zu Haftungsbescheid und ohne Berücksichtigung der Beschwerden gegen jene Bescheide, die das Finanzamt seinem Haftungsbescheid zugrundegelegt hatte mit deren Begründungen wie begründet und nicht anders

und das Finanzamt über Fristversäumnisse bis zu anhaltender Verweigerung bis zuletzt erkennen ließ, den von handelnden Personen zum Ausdruck kommenden Vorsatz der fortgesetzten wirtschaftlichen Schädigung verbunden mit einer Vielzahl rechtswidriger Handlungen.

Hiezu begründen wir wie folgt

mittels Säumnisbeschwerde 30.03.2021, sowie Beilagen,

und verweisen auch auf die aus Vorzeit seit 02/2017 vorliegenden Unterlagen sowohl bei Finanzamt als auch dem Bundesfinanzgericht bis zuletzt

den dem

Haftungsbescheid 20.02.2020 entgegengesetzte Beschwerden, den Vorlageantrag und den Aufhebungsbescheid durch das Finanzamt 1130 Wien, bislang schließend mit der Eingabe und Ausführungen unserer rechtsfreundlichen Vertretung RA Dr ***8*** ***9*** 17.02.2021, wie an das Finanzamt ergangen, ohne daß der Zahlungsverpflichtung seitens des Finanzamtes nachgekommen wurde, bzw ausstehende Beschwerdevorentscheidungen/Bescheidevorlagen an das BFG oder Erfüllung, folgend den Beschwerden, der Säumnisbeschwerde und dem Vorlageantrag, nachgekommen worden wäre, insbesondere betreffend unserer zu Recht erhobenen und begründeten Beschwerden gegen jene 2 Bescheide, die das Finanzamt dem Haftungsbescheid 20.02.2020 zugrundegelegt hatte.

Alle zahlreichen Versuche unsererseits einer unaufgeregten korrekten Beilegung wurden bislang vom Finanzamt ignoriert.

Mit freundlichen Grüßen

***1*** ***2*** - ***10*** ***2***

Das Schreiben enthält keine Anschrift. Auf dem in ***4***, Ungarn, am 1.4.2021 eingeschrieben zur Post gegebenen Briefkuvert steht, dass der Absender ***1*** ***2***, ***3*** ***4***, ***5***, Ungarn sei.

Beilagen

Beigefügt war ein Konvolut von Unterlagen wie folgt:

E-Mail vom 30.3.2021

E-Mail vom 30.3.2021 von ***1*** ***2*** an Christian Lenneis (Präsident des BFG):

FB Saeumnisbeschwerde ***1*** ***2*** ***6*** ***7*** bzw 08-***13*** und ***10*** ***2***

Sehr geehrte Damen und Herren,

voraus der eingeschriebenen Sendung 01.04.2021 uebermittle ich Ihnen per mail, mit Beilagen beschraenkt auf die amtlich signierten Bestaetigungen des Finanzamtes fuer zuerkannte FB

2017 mit 11 Anteilen daraus seit 02/2017

2018

2019

2020

2021 bisher 3-4 Anteile der rechtswidrig bis 08/2021 befristet zuerkannten FB

sowie die quasi amtlich signierten Unbedenklichkeitsbescheinigungen fuer ***1*** ***2*** und ***10*** ***2*** betreffend keine Schuld beim FA.zur Ersteinsicht ohne datenmaessig ueberfordernder online-Uebermittlung, uebermitteln aber mit Einschreiben Saeumnisbeschwerde volle Beilagen, falls Ihnen die Einsicht in die, zwar fast ausschliesslich ueber BFG zugeleiteten Beschwerden, Eingaben, Nachweise schwer oder nicht moeglich sein sollte wie

01 .02.2020 FB Antrag FinanzOnline ***1*** ***2*** fuer ab 02/2017

01 .02.2020 Verzichtserklaerung ***10*** ***2*** auf Anspruch F zugusten ihres Ehegatten und Kindesvaters

18.02.2020 Zuerkennung FB an ***1*** ***2*** ohne Einschraenkung jedoch rechtswidrig bis 08/2021 befristet ohne Begruendung,

20.02.2020 Haftungsbescheid zugestellt 24.02.2020,

28.02.2020 Beschwerden und nachfolgende, bzw Ergaenzungen, Neuerungen,

08.09.2020 Saeumnisbeschwerde,

22.09.2020 Beschluss des BFG,

09.10.2020 Beschwerdevorentscheidung,

01 .11 .2020 Vorlageantrag,

22.12.2020 Aufhebungsbescheíd,

22.12.2020 Beschwerdevorentscheidung,

17.02.2021 Entsprechung, Stellungnahme und Einspruch mit Fristsetzung 15.03.2021

Mit freundlichen Gruessen

***1*** ***2***/***10*** ***2***

+43 664 ***14*** ***15***@gmail.com

melléklet

PDF-Zeichen noname 20k

PDF-Zeichen 14012021 Abfrage FB 2017.pdf 404K

PDF-Zeichen 14012021 Abfrage FB 2018.pdf 404K

PDF-Zeichen 14012021 Abfrage FB 2019.pdf 404K

PDF-Zeichen 14012021 Abfrage FB 2020.pdf 404K

PDF-Zeichen 2021 01 bis 08.pdf 409K

PDF-Zeichen 14012021 Bescheinigung keine Schuld SzT.pdf 476K

PDF-Zeichen 14012021 Bescheinigung keine Schuld WT.pdf 476K

Säumnisbeschwerde vom 30.3.2021

An das

Bundesfinanzgericht

Republik Österreich

Hintere Zollamtsstrasse 2b

A-1030 Wien - 30.03.2021

Eingeschrieben übersandt 01.04.2021 nach Vorausübermittlung per email Adresse ***@bfg.gv.at an das Bundesfinanzgericht.

SÄUMNISBESCHWERDE gegen das Finanzamt 1130, Marxergasse 4, 1030 Wien

Das Bundesfinanzgericht wird angerufen aufgrund Säumigkeit des Finanzamtes,

1)

dem Finanzamt in möglichst kürzest möglicher Frist aufzutragen, Familienbeihilfe, rechtswirksam zuerkannt als schuldend seit 02/2017 bis nunmehr weiter anhaltend bis bereits 04.2021

dem Antragsteller und bewilligten FB-Bezieher ***1*** ***2*** auf das dem Finanzamt bekannte Konto bei Bank Austria zu überweisen.

2)

Da die Begründung des FA in Aufhebung des Haftungsbescheides gegen ***1*** ***2*** nur allgemein gehalten ausführt ist

"Da die inhaltliche Rechtswidrigkeit eine nicht bloß geringfügige Auswirkung hat, war die Aufhebung des im Spruch bezeichneten Bescheides von Amts wegen zu verfügen"

erfüllt sie

erstens nicht die geforderten Anforderungen an eine Begründung eines Bescheides, wie vom Verwaltungsgerichtshof unmißverständlich festgelegt,

"Die Begründungserfordernisse für einen Bescheid schließen die Verpflichtung der Behörde mit ein, in einer Bescheidsbegründung in eindeutiger, nachprüfbarer Kontrolle zugänglicher Weise darzutun, von welchen konkreten Tatsachenfesfstellungen bei den getroffenen Entscheidungen ausgegangen wurde."

Verwaltungsgerichtshof

und ist diese Begründung natürlich im Zusammenhang mit unseren Beschwerden gegen die dem Haftungsbescheid zugrundegelegten 2 Bescheide gegen ***10*** ***2*** auszuführen.

Somit richtet sich unsere Säumnisbeschwerde 30.03.2021 gleichzeitig gegen das Finanzamt dergestalt,

das Bundesfinanzgericht möge in binnen kürzest zuzugestehender Zeit dem Finanzamt auferlegen,

die im Zusammenhang mit den Beschwerden gegen den Haftungsbescheid gegen ***1*** ***2*** bislang nicht erfolgten Beschwerdevorentscheidungen oder Bescheide oder Direktvorlage an das Bundesfinanzgericht oder insgesamt folgend dem Vorlageantrag 01.11.2020,

jedenfalls per Beschwerden und auch Vorlageantrag begehrten Anfechtungen und begehrten Aufhebungen der dem Haftungsbescheid gegen ***1*** ***2*** zugrundgelegten 2 Bescheide wegen beanstandeter und belegter Rechtswidrigkeiten in einer der Auflagen durch das Verwaltungsgerichts entsprechenden Begründung zu entscheiden, vorzulegen oder folgend dem Vorlageantrag endlich den Akt dem Bundesfinanzgericht zu übermitteln, um den Fall der ordentlichen Gerichtsbarkeit zuzuführen, um Rechtsstaatlichkeit zu wahren und der vorsätzlich anhaltenden betriebenen wirtschaftlichen Schädigung ein Ende zu bereiten.

Ergänzend führen die Parteien aus wie folgt:

Im Jahr 2019

urgierte unsere rechtsfreundliche Vertretung RA Dr ***16*** ab 04/2019 auf Basis unserer Korrespondenzen und der vom FA auf FinanzOnline der ***10*** ***2*** ausgewiesenen unerledigten FB-Angelegenheit bei gleichzeitig eingestellter Zahlung der FB ab 02/2017 eine Erledigung,

wurde vom FA - Hr ***17*** ***18*** - ein Ergänzungsbegehren an ***10*** ***2*** gerichtet, das bei großem Aufwand sowohl finanziell als auch zeit- und energiemäßig zur Gänze befriedigt wurde, wie von Hr ***18*** bestätigt und danach erfolgten mehrfachen Zusicherung (leider nicht eingehalten), nun die Angelegenheit zu regeln, was jedoch bis Ende 2019 nicht erfolgte.

Jänner 2020

Auf konditionell vom FA - Frau ***19*** - geforderten Wechsel des FB-Beziehers von der Kindesmutter und Ehegattin ***10*** ***2*** zum Kindesvater und Ehegatten ***1*** ***2***, zu der laut und uns schriftlich vorliegenden Zusicherung, übermittelt über den Anwalt Dr ***16***, demnach das FA die Bewilligung der FB für ***1*** ***2*** zugesagt hatte, und man uns versicherte, da könne darüber hinaus nichts mehr passieren und sollten wir zur unaufgeregten Beendigung der Causa zustimmen,

hat ***1*** ***2*** am

02.01.2020 FB ab 02/2017 FinanzOnline beantragt unter selbigen Belegen und Begründungen wie zuvor für ***10*** ***2***, und hat ***10*** ***2***, sich genötigt sehend im Interesse unserer Kinder zugunsten Kindesvater und Ehegatten ***1*** ***2*** auf Bezug der FB verzichtet.

18.02.2020 unkonditionell Zuerkennung der FB an ***1*** ***2***, wie mit Schreiben ***17*** ***18*** ausgeführt, jedoch rechtswidrig befristet bis 08/2021 .

24.02.2020 Zustellung eines Haftungsbescheids des FA gegen ***1*** ***2*** mit den 2 dem Haftungsbescheid zugrundgelegten Bescheiden wie begründet und nicht anders! gegen ***10*** ***2***, ausgestellt am 20.02.2020, zeichnend Frau ***19***.

28.02.2020 Beschwerden erhoben gegen den Haftungsbescheid und die 2 dem Haftungsbescheid zugrundegelegten Bescheide sowie gegen andere Rechtswidrigkeiten wie erfolgt, verwiesen und ergänzt bis hin zu nachgereichten Beschwerden ab Kenntnis von Neuerungen.

08.09.2020 Säumnisbeschwerde gegen das FA

22.09.2020 Beschluß des Bundesfinanzgerichts Frau Richterin Dr ***20***

09.10.2020 Beschwerdevorentscheidung des FA mit Abweisung der Beschwerden - Frau ***19***

01.11.2020 Vorlageantrag

22.12.2020 Aufhebungsbescheid des FA - Frau ***19*** - zum Haftungsbescheid gegen ***1*** ***2*** 20.02.2020 mit allgemein gehaltener Begründung.

Keine Bescheide, bzw Beschwerdevorentscheidungen oder Vorlage des Aktes an das BFG ausgehend zu den Beschwerden zu den dem Haftungsbescheid zugrundegelegten 2 Bescheiden, die fehlten und sind bis heute nicht erbracht.

22.12.2020 Beschwerdevorentscheidung des FA - Frau ***19*** - wonach die Beschwerden als nichtig erkannt werden, da der Haftungsbescheid aufgehoben worden ist.

17.02.2021 Fristgerechte Entsprechung, Stellungnahme und Einspruch durch die rechtsfreundliche Vertretung RA Dr ***8*** ***9*** an das FA binnen offener Frist, mit der Aufforderung, den gesamten Rückstand umgehend an ***1*** ***2*** auszuzahlen, eine detaillierte Abrechnung zu übermitteln und dem Hinweis, daß das FA nicht nur die Nachzahlung offener Schuld seit 02/2017 spätestens ab Aufhebungsbescheid 22.12.2020 fällig geworden zu leisten gehabt hätte, sondern darüber hinaus das FA sogar Schulgeld und Corona-Familien Einmalzahlung September 2020 einbehalten hat, was zu einer Gefährdung des Unterhaltes der Familie des ***1*** ***2*** führt.

Weiters wurde ausgeführt, daß die Mandanten Beschwerden gegen die 2 Bescheide, wie dem Haftungsbescheid zugrundegelegt, erhoben haben. Jedoch in der Begründung des Aufhebungsbescheids 22.12.2020 jeglicher Hinweis darauf fehlt, daß diese 2 zugrundegelegten Bescheide rechtswidrig waren. Es wurde daher Antrag gestellt, über die dem Haftungsbescheid zugrundegelegten 2 Bescheide wie diese begründet waren und nicht anders, vom 13.07.2017 und 01.03.2018 (zugestellt 24.02.2020) aufgrund der Beschwerden der Mandanten gegen den Haftungsbescheid und die 2 zugrundegelegten Bescheide abzusprechen, da ansonsten die Anträge der Mandanten unerledigt geblieben sind - siehe auch Vorlageantrag gestellt 01.11.2020.

Frist wurde mit 15.03.2021 gesetzt, die ohne Zahlung und ohne begehrtes Absprechen über die Beschwerden gegen die dem Haftungsbescheid zugrundegelegten Bescheide verstrichen ist.

Bislang, heutigem Tag 30.03.2021, ist weder der vom FA geschuldete Betrag aus FB 02/2017 bis 03/2021 überwiesen worden (spätestens fällig geworden mit Aufhebungsbescheid 22.12.2020, noch das Schulgeld, aushaltend seit 02/2017, noch die Familien Corona Einmalzahlung September 2020 für Familien mit 2 Kindern.

Es erhält ***1*** ***2*** zwar unregelmäßig auf Monate bezogen eine mail Verständigung durch das FA, man werde ihm in den nächsten Tagen FB überweisen, jedoch ist keine einzige Zahlung seit 02/2017 eingelangt.

Zum leichteren Nachvollziehen durch das BFG legen die Mandanten bereits die amtlich signierten FB Bestätigungen des FA für 02/2017 bis 2021 der mail-Übermittlung bei, weitere Beilagen mit der eingeschrieben Sendung 01.04.2021, um datenmäßig die Übermittlung nicht zu überlasten, wobei aus

2017 11 Anteile zuzurechnen sind

2018

2019

2020

2021 bisher 3, bzw bereits 4 Anteile

Weiters die amtlich signierten Bestätigungen des FA betreff keiner aushaftenden Schuld der ***10*** ***2*** und des ***1*** ***2***.

Wir ersuchen angesichts der behördlichen Auflagen und Empfehlungen wegen Covid19 mit nicht absehbaren Einschränkungen des Reiseverkehrs auch mittels Finanz-Online oder per mail, wie bekannt, verständigt zu werden, wie dies in der Vergangenheit auch hervorragend mit Einsicht der außergewöhnlichen Situation seitens des BFG ja mehrfach funktioniert hat,

und da sich die Ehegattin und Kindesmutter mit Kindern, wie gemeldet, belegt und bekannt, zum vorrübergehenden dualsprachigen Bildungsweg unserer beiden Kinder nicht ausschließlich derzeit in Österreich andauernd aufhalten, bzw der Ehegatte und Kindesvater soviel Zeit wie möglich in und mit der Familie verbringt, bzw anlaßbezogen ebenfalls an einer Reisetätigkeit gehindert sein kann.

Wir ersuchen um unmittelbare und lebensnahe Entscheidungen.

Mit freundlichen Grüßen

***1*** ***2***

***10*** ***2***

***1*** ***2***, A-***21***, ***22*** ***23***

***10*** ***2*** - gleichlautend, vorübergehend in gemeldeter, bekannter und belegter Begleitung des dualsprachigen Bildungswegs unserer beiden Kinder ***24*** und ***25*** mehrheitlich nicht in Österreich.

Bestätigung über den Bezug von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag für das Jahr 2021

Das Finanzamt Österreich fertigte am 16.2.2021 an ***1*** ***27*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** eine Bestätigung über den Bezug von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag für das Jahr 2021 für ***25*** ***2*** und für ***26*** ***2*** zur Vorlage beim Bundesfinanzgericht, 1030 Wien, Hintere Zollamtsstraße 2b, aus (ausbezahlte Leistungen insgesamt EUR 1.814,16):

[...]

Bestätigung über den Bezug von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag für das Jahr 2017

Das Finanzamt Österreich fertigte am 14.1.2021 an ***1*** ***27*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** eine Bestätigung über den Bezug von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag für das Jahr 2017 für ***25*** ***2*** und für ***26*** ***2*** zur Vorlage beim Bundesfinanzgericht, 1030 Wien, Hintere Zollamtsstraße 2b, aus (ausbezahlte Leistungen insgesamt EUR 4.537,60, Bezugsdauer bzw. voraussichtliche Bezugsdauer 01/2017 - 12/2017):

[...]

Bestätigung über den Bezug von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag für das Jahr 2018

Das Finanzamt Österreich fertigte am 14.1.2021 an ***1*** ***27*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** eine Bestätigung über den Bezug von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag für das Jahr 2018 für ***25*** ***2*** und für ***26*** ***2*** zur Vorlage beim Bundesfinanzgericht, 1030 Wien, Hintere Zollamtsstraße 2b, aus (ausbezahlte Leistungen insgesamt EUR 4.697,60, ganzjähriger Bezug von Familienbeihilfe für zwei Kinder):

[...]

Bestätigung über den Bezug von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag für das Jahr 2019

Das Finanzamt Österreich fertigte am 14.1.2021 an ***1*** ***27*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** eine Bestätigung über den Bezug von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag für das Jahr 2019 für ***25*** ***2*** und für ***26*** ***2*** zur Vorlage beim Bundesfinanzgericht, 1030 Wien, Hintere Zollamtsstraße 2b, aus (ausbezahlte Leistungen insgesamt EUR 2.640,08, ganzjähriger Bezug von Familienbeihilfe für zwei Kinder):

[...]

Bestätigung über den Bezug von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag für das Jahr 2020

Das Finanzamt Österreich fertigte am 14.1.2021 an ***1*** ***27*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** eine Bestätigung über den Bezug von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag für das Jahr 2020 für ***25*** ***2*** und für ***26*** ***2*** zur Vorlage beim Bundesfinanzgericht, 1030 Wien, Hintere Zollamtsstraße 2b, aus (ausbezahlte Leistungen insgesamt EUR 3.154,82, ganzjähriger Bezug von Familienbeihilfe für zwei Kinder):

[...]

Antrag auf Bescheinigung, dass keine fälligen Abgabenforderungen vorliegen, Abgabenforderungen vom 14.1.2021

Über FinanzOnline wurde am 14.1.2021 an das Finanzamt Österreich zur Steuernummer 08 ***45*** zur Vorlage an das Bundesfinanzgericht der Antrag auf Bescheinigung, dass keine fälligen Abgabenforderungen vorliegen, in Bezug auf ***10*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** gestellt. "Es wird bescheinigt, dass gegen die oben angeführte Person/Firma gegenwärtig keine fälligen Abgabenforderungen bestehen". Amtssignatur des BMF vom selben Tag (Verf 34a - FON).

Antrag auf Bescheinigung, dass keine fälligen Abgabenforderungen vorliegen, vom 14.1.2021

Über FinanzOnline wurde am 14.1.2021 an das Finanzamt Österreich zur Steuernummer 08 ***13*** zur Vorlage an das Bundesfinanzgericht der Antrag auf Bescheinigung, dass keine fälligen Abgabenforderungen vorliegen, in Bezug auf ***1*** ***27*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** gestellt. "Es wird bescheinigt, dass gegen die oben angeführte Person/Firma gegenwärtig keine fälligen Abgabenforderungen bestehen". Amtssignatur des BMF vom selben Tag (Verf 34a - FON).

Weitere Anträge auf Bescheinigung

Antrag auf Bescheinigung, dass keine fälligen Abgabenforderungen vorliegen, Abgabenforderungen vom 1.3.2021

Über FinanzOnline wurde am 1.3.2021 an das Finanzamt Österreich zur Steuernummer 08 ***45*** zur Vorlage an das Bundesfinanzgericht der Antrag auf Bescheinigung, dass keine fälligen Abgabenforderungen vorliegen, in Bezug auf ***10*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** gestellt. "Es wird bescheinigt, dass gegen die oben angeführte Person/Firma gegenwärtig keine fälligen Abgabenforderungen bestehen". Amtssignatur des BMF vom selben Tag (Verf 34a - FON).

Antrag auf Bescheinigung, dass keine fälligen Abgabenforderungen vorliegen, vom 1.3.2021

Über FinanzOnline wurde am 1.3.2021 an das Finanzamt Österreich zur Steuernummer 08 ***13*** zur Vorlage an das Bundesfinanzgericht der Antrag auf Bescheinigung, dass keine fälligen Abgabenforderungen vorliegen, in Bezug auf ***1*** ***27*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** gestellt. "Es wird bescheinigt, dass gegen die oben angeführte Person/Firma gegenwärtig keine fälligen Abgabenforderungen bestehen". Amtssignatur des BMF vom selben Tag (Verf 34a - FON).

Schreiben Rechtsanwalt Dr. ***8*** ***9***

Dr. ***8*** ***9***, schrieb am 17.2.2021 dem (nicht mehr existierenden) Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf:

Betrifft:

***2***/Familienbeihilfe

vsnr: ***6***

Abgabenkontonummer: 08-***7***

Sehr geehrte Damen und Herren'

Vorerst erlaube ich mir, Ihnen mitzuteilen, dass ich ***1*** und ***10*** ***2*** rechtsfreundlich vertrete.

Binnen offener Frist erstatte ich in Entsprechung Ihres Schreibens vom 22.12.2020 nachstehende

Stellungnahme

Meine Mandanten sind keinesfalls mit einer Einbehaltung der Beträge einverstanden gewesen und besteht hierfür auch keine gesetzliche Grundlage.

Frau ***10*** ***2*** hat niemals irgendwelche Familiengeldleistungen aus Deutschland bezogen und auch nicht beantragt. Sie hat somit nicht doppelt gleichartige Leistungen bezogen.

Dies wurde Ihnen bereits mehrfach von meinen Mandanten klargelegt. Mit dem bei Ihnen am 3.2.2015 eingelangten Formular "Überprüfung des Anspruches auf Familienbeihilfe", das unter anderem im Punkt "derzeitige Tätigkeit" mit "Bezieher einer Leistung aus der Krankenversicherung" vorausgefüllt war, wurde Ihnen von meinen Mandanten nochmals bestätigt, dass Frau ***10*** ***2*** Kinderbetreuungsgeld der Wiener Gebietskrankenkasse bezieht, also eine österreichische Geldleistung. Diese Geldleistung wurde seit Geburt des ersten Kindes im Jahr 2010 an Frau ***10*** ***2*** ausgezahlt.

Mit Schreiben der Familienkasse Bayern Süd vom 1 1.4.2017 wurde Ihnen gegenüber bestätigt, keiner meiner Mandanten irgendeinen Antrag auf Kindergeld in Deutschland gestellt hat. Es liegen dort auch keine Unterlagen meine Mandanten betreffend auf.

Frau ***10*** ***2*** hat somit seit 2010, der Geburt ihres ersten Kindes ausschließlich das österreichische Kinderbetreuungsgeld erhalten, und keine ausländische Familienleistung.

All diese Umstände sind Ihnen bekannt, sodass es unverständlich ist, dass irgendwelche Gegenrechnungen erfolgen. Es gab auch keine doppelte Auszahlung im Zeitraum Jänner 2015 bis Jänner 2017. Herrn ***2*** wurde in dieser Zeit ja keine Leistung überwiesen.

Ich habe Sie deshalb namens meiner Mandanten aufzufordern, den gesamten Rückstand, ohne irgendwelche An- und Gegenrechnungen an meine Mandanten umgehend auszuzahlen.

Meine Mandanten begehren außerdem eine konkrete detaillierte Abrechnung über die ihnen zustehenden Leistungen. Es wurden ja sogar die Corona-Hilfen von Ihnen einbehalten, was zu einer Gefährdung des Unterhaltes der Familie meiner Mandanten führt.

Weiters haben meine Mandanten durch die Beschwerde gegen den Haftungsbescheid auch Beschwerden gegen die diesem Haftungsbescheid zugrundeliegenden Bescheide eingebracht.

Es fehlt jedoch in der Begründung des Aufhebungsbescheides vom 22.12.2020 jeglicher Hinweis darauf, dass diese Bescheide auch rechtswidrig waren. Es wird diesbezüglich der Antrag gestellt, über die dem Haftungsbescheid zugrundeliegenden Bescheide vom 13.7.2017 und 1.3.2018 aufgrund der Beschwerde meiner Mandanten gegen den Haftungsbescheid auch abzusprechen, da ansonsten die Anträge meiner Mandanten unerledigt geblieben sind.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. ***8*** ***9***

"Beilage 1 - 4"

Haftungsbescheid vom 20.2.2020

Das Finanzamt Wien 12/13/14 erließ mit Datum 20.2.2020 an ***1*** ***27*** ***2*** zu Handen Rechtsanwalt Dr. ***29*** ***16***, MAS, ***28***, ***30*** ***31*** folgenden Haftungsbescheid:

Herr ***2*** ***1*** ***27***, geboren am ***32***, Versicherungsnummer ***6***, ***21***, ***22*** ***23***, vertreten durch Dr. ***29*** ***16***, ***28***, ***30*** ***31***, wird als Haftungspflichtiger gemäß § 26 Abs. 3 Familienlastenausgleichsgesetz 1967 und § 33 Abs. 3 Einkommensteuergesetz 1988 für die aushaftenden Abgabenschuldigkeiten der Frau ***2*** ***10***, ***21***, ***22*** ***23***, im Ausmaß von 24.913,40 Euro in Anspruch genommen und aufgefordert, diesen Betrag innerhalb eines Monats ab Zustellung dieses Bescheides zu entrichten.

Wie bereits telefonisch besprochen, werden die ab Jänner 2015 zustehenden Ansprüche auf Familienleistungen einbehalten und auf den Rückstand angerechnet.

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Frau ***2*** ***10*** wurde gemäß § 26 Abs. 3 Familienlastenausgleichsgesetz 1967 und § 33 Abs. 3 Einkommensteuergesetz 1988 zur Rückzahlung der zu Unrecht bezogenen Familienbeihilfe und des zu Unrecht bezogenen Kinderabsetzbetrages verpflichtet. Der entsprechende Rückforderungsbescheid liegt in Kopie bei. Bei Ihr ist der rückgeforderte Betrag uneinbringlich.

Gemäß § 26 Abs. 3 Familienlastenausgleichsgesetz 1967 und § 33 Abs. 3 Einkommensteuergesetz 1988 haften Sie als Elternteil für die Rückzahlung der oben ausgewiesenen zu Unrecht bezogenen Familienbeihilfe und des Kinderabsetzbetrages, da Sie als Vater der Kinder

[...]

mit der Rückzahlungspflichtigen Frau ***2*** ***10*** in dem angeführten Zeitraum in welchem Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag zu Unrecht bezogen wurde, im gemeinsamen Haushalt gelebt haben.

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Zustellung bei dem vorbezeichneten Amt das Rechtsmittel der Beschwerde eingebracht werden. Die Beschwerde ist zu begründen. Unbeschadet der Einbringung einer Beschwerde gegen die Heranziehung zur Haftung kann innerhalb der für die Einbringung der Beschwerde gegen den Haftungsbescheid offen stehenden Frist auch gegen den Bescheid/die Bescheide über den Abgabenanspruch/die Abgabenansprüche Beschwerde erhoben werden (§ 248 Bundesabgabenordnung).Durch die Einbringung einer Beschwerde wird die Wirksamkeit des angefochtenen Bescheides gemäß § 254 Bundesabgabenordnung nicht gehemmt, insbesondere die Einhebung und zwangsweise Einbringung einer Abgabe nicht aufgehalten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann gemäß § 212 a Bundesabgabenordnung die Einhebung des in Streit stehenden Betrages auf Antrag bis zur Erledigung der diesbezüglichen Beschwerde ausgesetzt werden. Insoweit der Beschwerde nicht stattgegeben wird, sind in der Folge Aussetzungszinsen zu entrichten.

Für die Vorständin

(***19***)

Beilage 2

Bescheid des Finanzamts Wien 12/13/14 Purkersdorf an ***10*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23***, vom 13.7.2017 über die Rückforderung zu Unrecht bezogener Beträge an Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag, Gesamtrückforderungsbetrag € 9.976,50:

[...]

Begründung:

Gemäß § 2 Abs. 1 Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 1987) haben Personen Anspruch auf Familienbeihilfe, die im Bundesgebiet einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben.

Gemäß § 2 Abs. 8 Familienlastenausgleichsgesetz 1957 (FLAG 1967) haben Personen nur dann Anspruch auf Familienbeihilfe. wenn sie den Mittelpunkt der Lebensinteressen im Inland haben.

Gemäß § 3 Absatz 1 und 2 Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 1967) in Verbindung mit Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. B83/2004 in der ab 1. Mai 2010 gültigen Fassung besteht für EU/EUR Staats angehörige Anspruch auf Familienleistungen. wenn sie sich nach § 9 des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes (NAG) rechtmäßig in Österreich aufhalten und den Mittelpunkt der Lebensinteressen in Österreich haben.

Ihre seit dem Schuljahr 2016/17 schulpflichtige Tochter ***26*** besucht keine Schule in Österreich. Nachdem seit der Ummeldung des Hauptwohnsitzes von ***34*** nach Wien außer den Meldungen im Zentralen Melderegister keine Nachweise, die einen ständigen Aufenthalt in Österreich belegen würden, vorliegen, wird spruchgemäß entschieden.

Beilage 3

Bescheid des Finanzamts Wien 12/13/14 Purkersdorf an ***10*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23***, vom 1.3.2018 über die Rückforderung zu Unrecht bezogener Beträge an Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag, Gesamtrückforderungsbetrag € 14.936,80:

[...]

Begründung:

Die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 in der bis 30. April 2010 gültigen Fassung regelt, welcher Mitgliedstaat für ein und denselben Zeitraum für ein und denselben Familienangehörigen vorrangig zur Gewährung der im jeweiligen Hoheitsgebiet vorgesehen Familienleistungen verpflichtet ist.

Vorrangig muss grundsätzlich jener Mitgliedstaat die Familienleistungen gewähren, in dem eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird.

Sind die Elternteile in verschiedenen Mitgliedstaaten erwerbstätig, trifft die vorrangige Verpflichtung zur Gewährung von Familienleistungen jenen Mitgliedstaat, in dessen Gebiet die Familienangehörigen wohnen.

Sind die Familienleistungen im anderen Mitgliedstaat höher, besteht dort gegebenenfalls ein Anspruch auf Gewährung des Differenzbetrages (Artikel 76 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 in Verbindung mit Art. 10 der DVO 574/72).

Wird in jenem Mitgliedstaat, der vorrangig zur Gewährung von Familienleistungen verpflichtet ist kein Antrag gestellt so kann der andere Mitgliedstaat dennoch jene Leistungen, die bei Antragstellung gewährt worden wären, bei der Berechnung der Ausgleichszahlung berücksichtigen (Artikel 76 Absatz 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71).

Die Verordnung (EG) Nr 883/2004 in der ab 1 Mai 2010 gültigen Fassung regelt, welcher Mitgliedstaat für ein und denselben Zeitraum für ein und denselben Familien angehörigen vorrangig zur Gewährung der im jeweiligen Hoheitsgebiet vorgesehenen Familienleistungen verpflichtet ist.

Vorrangig muss grundsätzlich jener Mitgliedstaat die Familienleistungen gewähren, in dem eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird.

Sind die Eltern teile in verschiedenen Mitgliedstaaten erwerbstätig, trifft die vorrangige Verpflichtung zur Gewährung der Familienleistungen jenen Mitgliedsstaat, in dessen Gebiet die Familien angehörigen wohnen.

Sind die Familienleistungen im anderen Mitgliedsstaat höher, besteht dort gegebenenfalls ein Anspruch auf Gewährung des Unterschiedsbetrages (Artikel 68 der Verordnung (EG) Nr 883/2004).

Wird in jenem Mitgliedstaat, der vorrangig zur Gewährung von Familienleistungen verpflichtet ist, kein Antrag gestellt, so kann der andere Mitgliedsstaat dennoch jene Leistungen, die bei Antragstellung gewährt worden wären, bei der Berechnung des Unterschiedsbetrages berücksichtigen.

Gemäß § 26 Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 1967) ist zu Unrecht bezogene Familienbeihilfe rückzuzahlen.

Dies gilt gemäß § 33 Abs 3 Einkommensteuergesetz 1988 (EStG 1988) auch für den zu Unrecht bezogenen Kinderabsetzbetrag.

Die in § 26 FLAG 1987 geregelte Rückzahlungsverpflichtung ist so weitgehend, dass sie auf subjektive Momente wie Verschulden und Gutgläubigkeit keine Rücksicht nimmt und die von der Finanzverwaltung zu Unrecht ausbezahlten Familienbeihilfenbeträge auch dann zurück zu zahlen sind. wenn der Überbezug ausschließlich auf eine Fehlleistung der Abgabenbehörde zurückzuführen ist.

Da Sie und Ihr Gatte in den oben angeführten Zeiträumen in Österreich keine Beschäftigung oder selbständige Erwerbstätigkeit ausgeübt haben, bzw. keine Geldleistung infolge dieser Beschäftigung oder selbständigen Erwerbstätigkeit bezogen haben, bestand für diese Monate kein Anspruch auf Familienbeihilfe.

Beilage 4

Das Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf, Bearbeiter Herr ***18***, richtete am 18.2.2020 folgende Ergänzung zur Mitteilung über den Bezug der Familienbeihilfe an ***1*** ***27*** ***2*** zu Handen RA Dr. ***29*** ***16***, MAS:

Sehr geehrter Herr ***2***,

ergänzend zur mit separater Post zugehenden Mitteilung über den Bezug der Familienbeihilfe wird mitgeteilt, dass ab Jänner 2019 folgende Änderung im Familienlastenausgleichsgesetz 1967 zur Anwendung kommt:

Gemäß § 8a des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 sind die Beträge an Familienbeihilfe und gemäß § 33 Abs. 3 Z 2 des Einkommensteuergesetzes 1988 ist der Kinderabsetzbetrag für Kinder, die sich ständig in einem anderen Mitgliedstaat der EU oder Hoheitsgebiet einer anderen Vertragspartei des Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz aufhalten, an das Preisniveau des Wohnortstaates anzupassen. Die Beträge an Familienbeihilfe nach § 8a des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 und des Kinderabsetzbetrages nach § 33 Abs. 3 Z 2 des Einkommensteuergesetzes 1988 wurden mit der Familienbeihilfe-Kinderabsetzbetrag-EU-Anpassungsverordnung (BGBI. II Nr. 318/2018) kundgemacht und gelten ab 1.1.2019.

Im Zusammenhang mit der Prüfung des Anspruchs auf Familienleistungen bei Ihrer Gattin und in weiterer Folge übermittelter Unterlagen und durchgeführter Erhebungen, musste festgestellt werden, dass ein ständiger Aufenthalt der Kinder in Österreich nicht vorlag bzw. weiterhin nicht vorliegt, weil die Kinder in Ungarn der Schulpflicht nachkommen.

Somit besteht ab Jänner 2019 nur Anspruch auf die Familienbeihilfe nach § 8a des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 sowie auf den Kinderabsetzbetrag nach § 33 Abs. 3 Z 2 des Einkommensteuergesetzes 1988.

Mit freundlichen Grüßen

***18***

"Beweis 8"

Das Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf fertigte am 3.5.2019 an ***10*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** eine Bestätigung über den Bezug von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag für das Jahr 2014 zur Vorlage bei ***10*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23***, aus (ausbezahlte Leistungen insgesamt EUR 0,00):

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Vorlageantrag

***10*** ***2*** und ***1*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** schrieben am 1.11.2020 an das Bundesfinanzgericht, 1030 Wien, Hintere Zollamtsstraße 2b "Einschreiben, Voraus versuchte Zustellung per mail":

Betrifft: Vorlageantrag

Bezüglich FB ***1*** ***2*** ***6***

Haftungsbescheid 24.02.2020 Abgabenkonto 08-***7***

Fristgerechte Beschwerden 28.02.2020, sowie Ergänzungen und Neuerungen

02.03.2020, 06.03.2020, 18.06.2020 sowie Verweis auf vorherige Eingaben beim BFG Aktenzahl GZ AO/7100012/2017

Säumnisbeschwerde 08.09.2020

Beschluß des BFG 22.09.2020 und 23.10.2020 betreff Entscheidungspflicht des FA sowie erfolgte Zustellung bis längstens 03.12.2020

Beschwerdevorentscheidung 09.10.2020, Behebung ermöglicht 30.10.2020

Weitere Neuerungen, Ergänzungen vorbehalten.

Sehr geehrte Damen und Herren I

Das Finanzamt hat, entgegen gemeldeter Abwesenheit der Partei, sowie deren im Abwesenheitszeitraum gemeldeten Erreichbarkeit, bei gleichzeitiger Mißachtung bestehender Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung,

am 15.10.2020 eine Hinterlegung seiner nicht fristgerecht ergangenen Beschwerdevorentscheidung bei der Post vorgenommen.

Die Partei ***1*** ***2*** hat am 30.10.2020 die Beschwerdevorentscheidung durch das Finanzamt bei der Post 1132 behoben und

stellt hiermit fristgerecht Antrag im Sinne des Vorlageantrags, die Beschwerden der Parteien ***1*** ***2*** und ***10*** ***2*** dem BFG vorzulegen zur Beurteilung und Entscheidung.

Der Haftungsbescheid des Finanzamtes 24.02.2020 räumt der Partei mittels Rechtsmittelbelehrung ein, binnen einen Monats nach Zustellung begründete Beschwerde(n) einzubringen (erfolgt fristgerecht).

Unbeschadet der Einbringung einer Beschwerde gegen die Heranziehung zur Haftung kann innerhalb der für die Einbringung der Beschwerde gegen den Haftungsbescheid offen stehenden Frist auch gegen die zugrundegelegten Bescheide Beschwerde erhoben werden (erfolgt fristgerecht).

Die Beschwerdevorentscheidung des FA nach beschlussmäßig auferlegter Pflicht zu(r) Entscheidung(en) durch das BFG

unterließ es zur Gänze, die Beschwerden der Parteien, sowie insbesondere den Beschwerden der Partei ***1*** ***2*** mit beigebrachten Beweisen gegen die als Grundlage für den Haftungsbescheid vom FA angeführten (Unrechts)Bescheide zu würdigen, wozu das FA verpflichtet gewesen wäre.

Wie schon in der Vorlaufzeit seit Jänner 2017, seitdem kein einziges Vorbringen, keine Vorlage von Beweisen, keine Kontaktaufnahme seitens der Parteien gewürdigt bzw beantwortet wurden, setzt sich auch mit der Beschwerdevorentscheidung durch das FA die erkennbare Voreingenommenheit bei gleichzeitiger Sichverweigerung gegenüber beigebrachten Beweisen und Klarstellungen fort, jenseits von jeglicher Verpflichtung zur objektiven und unvoreingenommenen Prüfung.

Wir verweisen daher auf eingangs angeführte Beschwerden, Ergänzungen und Neuerungen, wie sie gesamt alle an das Bundesfinanzgericht nachweislich zugeleitet worden sind, auch zur anlaßbezogenen Weiterleitung nach Maßgabe an das Finanzamt, deren Aufnahme in das hiermit beim BFG anhängige Verfahren zur Prüfung und Entscheidung vorliegen muß.

Wir sehen einer lebensnahen und zeitnahen Aufnahme des Verfahrens vor dem Bundesfinanzgericht entgegen, stehen jederzeit für ergänzende Auskünfte oder Beibringung von Urkunden, aber auch zur Nominierung von Zeugen für den Fall einer mündlichen Verhandlung zur Verfügung

und beantragen,

die unter Beweisunterdrückung und somit rechtswidrig zustandegekommenen Bescheide mit Abspruch des Rechts auf Familienbeihilfe für die Zeiträume 03/2010 bzw 04/2012 bis 10/2014 bzw von 11/2014 bis 01/2017 mit einhergehender Rückforderung aufzuheben (siehe Beschwerden und Nachweise 28.02.2020)

und das Bezugsrecht für die FB durch die Kindesmutter, wie vorzugsweise durch die Republik begründet und mit Vorrang deponiert, ab 02/2017 wieder einzusetzen,

oder,

die bereits gegenüber dem Kindesvater und Ehegatten amtlich signiert zuerkannte FB 18.02.2020, wie korrekt beantragt ab 02/2017, bei gleichzeitiger Aufhebung der Abspruchs- und Rückforderungsbescheide gegenüber der Kindesmutter zu bestätigen,

somit dem Finanzamt auftragend,

unrechtmäßig einbehaltene Zahlung der FB ab 02/2017,

sowie im Zusammenhang mit der FB zu sehende andere Zuwendungen und Zahlungen der Republik Österreich (Schulgeld, Kinderabsetzbetrag, Corona-Hilfe für jedes Kind per Okt 2020..), die sich das FA seit 02/2017 (zusätzlich der selbst entschiedenen Überschneidungszeit ab 01/2015, über dessen Anspruch sich das FA ebenfalls selbst bedient hat,

innert vom BFG zu bestimmenden Frist an den/die Familienbeihilfebezieher/in auf das dem FA bekannte Konto (angeführt auch im FinanzOnline der Parteien) in Österreich zu überweisen,

wobei angemerkt sein möge, daß, obwohl der Entscheidung des BFG vorbehalten, die willkürlich eingegangene Schuld des FA gegenüber der Partei eigentlich verzinst aufzurunden wäre zur Nachzahlung,

sowie willkürlich verursachte und aufgezwungene Kosten für die Parteien zu ersetzen wären,

da das Finanzamt ja entgegen ihm vorliegenden Fakten und Nachweisen (konkretes Beispiel - im Jänner 2018 übermittelte der Finanzbeamte ***18*** unserer Anwältin Mag ***46*** eine sogenannte Aktenabschrift, die eindeutig Dokumente enthielt, dem Finanzamt also bekannt waren das Einkommen der ***10*** ***2*** im Zeitraum 09/2009 bis 05/2015, sowie der Status der gesamt zu betrachtenden Familie, also auch wie in den im Jänner übermittelten Urkunden zu entnehmen war, das Einkommen des Kindesvaters und Ehegatten, die hiermit zu sehende Gesamtheit der Familie, sodaß die angeblich per 03/2018 ergangenen Begründungen mit den 2 Bescheiden zum Abspruch der FB und Rückforderung völlig unverständlich anzusehen sind), also das FA unter Beweisunterdrückung handelte und damit eine nicht unbeträchtliche wirtschaftliche Schädigung der Partei/en, insbesondere gegenüber deren Kindern, betrieb.

Mit freundlichen Grüßen

***10*** ***2*** - ***1*** ***2***

Wie auch dem BFG bereits im Vorlauf bekannt gegeben und es ja auch klaglos funktioniert hat,

ist angesichts der elementaren Situation Cov19 mit eingeschränkten bis unmöglich gemachten grenzüberschreitenden Reisemöglichkeiten,

wie auch der Tatsache gestundet,

daß unseren Kindern bei vorübergehender Abwesenheit aus Österreich und zur Absolvierung der gewählten dualsprachigen Primärschule, diese Bildungschance eröffnet werden konnte,

unsere Erreichbarkeit jederzeit unter

0664***14***

bzw ***15***@gmaiI.com oder ***35***@aon.at oder ***36***@gmail.com

gegeben ist,

jedoch wir bei Zusendungen als Rsa oder Rsb Schreiben an unsere Adresse ***22*** ***23***, ***21***, davon abhängig sind, daß wir von unserem Familienmitglied vor Ort rechtzeitig informiert werden, jedoch aus schon oben genannten Gründen nicht auch in der Lage sind, solche Schreiben zur Vermeidung von Fristen auch zu beheben, was unter Normalbedingungen vorher und hoffentlich schon bald wieder kein Hindernis war, da wir uns immer wieder zahlreich auch in Wien aufhielten. schon alleine, um den Kontakt zwischen unserer 101 Jahre alten Mutter, Schwiegermutter, aber vor allem Großmutter so oft wie vertretbar zu ermöglichen.

Danke

Aufhebungsbescheid vom 22.12.2020

Das Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf erließ gegenüber ***1*** ***27*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** mit Datum 22.12.2020 (Bearbeiter ***17*** ***18***) folgenden Bescheid:

Aufhebungsbescheid gemäß § 299 Bundesabgabenordnung (BAO)

Der Bescheid vom 20.02.2020 betreffend Geltendmachung der Haftung hinsichtlich der Abgabenschuldigkeit (Rückforderung von Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag für den Zeitraum März 2010 bis Jänner 2017) wird gemäß § 299 Abs. 1 BAO aufgehoben.

Begründung:

Gemäß § 299 Abs. 1 BAO kann die Abgabenbehörde einen Bescheid aufheben, wenn der Spruch des Bescheides sich als nicht richtig erweist. Da die inhaltliche Rechtswidrigkeit eine nicht bloß geringfügige Auswirkung hat, war die Aufhebung des im Spruch bezeichneten Bescheides von Amts wegen zu verfügen.

Die Betrachtung der Einkommensverhältnisse hat wesentliche Auswirkungen auf die Ansprüche der Familienleistungen in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die für den Zeitraum Jänner 2015 bis Jänner 2017 bereits einmal ausbezahlten Familienleistungen wurden bei Fr. ***2*** ***10*** aufgrund der Beurteilung der zum früheren Zeitpunkt vorliegenden Aktenlage aberkannt und diese Beträge rückgefordert. Erst durch den Nachweis, dass die Kindesmutter in den maßgeblichen Jahren in Ungarn keine Einkünfte erzielte und dem Umstand, dass Hr. ***2*** ***1*** ***27*** ab Jänner 2015 eine Pension der österreichischen Pensionsversicherung zuerkannt wurde, konnte für die in einem EU-Mitgliedstaat (Ungarn) ständig aufhältigen Kinder ein Anspruch auf die österreichischen Familienleistungen begründet werden. Diese Familienleistungen wurden dem Kindesvater nach einer Verzichtserklärung seiner im gemeinsamen Haushalt lebenden Ehegattin zuerkannt. Die Ansprüche wurden mit den bei Fr. ***2*** ***10*** rückgeforderten Beträgen gegenverrechnet.

Pro Kind und Zeitraum darf eine Auszahlung nur einmal an eine Familie erfolgen. Für den Zeitraum Jänner 2015 bis Jänner 2017 erfolgte jedoch eine zweimalige Anweisung (mit Rückforderung und Gegenrechnung). Die Geltendmachung der Haftung erscheint in dieser Hinsicht nicht zweckmäßig, weshalb spruchgemäß zu entscheiden war.

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Zustellung bei dem oben angeführten Amt das Rechtsmittel der Beschwerde eingebracht werden. Enthält der Bescheid die Ankündigung einer gesonderten Begründung, dann beginnt die Rechtsmittelfrist nicht vor Bekanntgabe der Begründung oder der Mitteilung, dass die Ankündigung als gegenstandslos zu betrachten ist, zu laufen. Dies gilt auch, wenn ein Bescheid auf einen Bericht verweist. Die Beschwerde ist zu begründen. Durch Einbringung einer Beschwerde wird die Wirksamkeit des angefochtenen Bescheides gemäß § 254 Bundesabgabenordnung (BAO) nicht gehemmt, insbesondere die Einhebung und zwangsweise Einbringung einer Abgabe nicht aufgehalten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann gemäß § 212 a BAO die Einhebung des in Streit stehenden Betrages auf Antrag bis zur Erledigung der Beschwerde ausgesetzt werden Soweit der Beschwerde nicht stattgegeben wird, sind in der Folge hierfür Zinsen zu entrichten.

Für den Vorstand

Qualifizierte elektronische Signatur von MA ***37*** ***19*** vom 22.12.2020

Schreiben vom 5.3.2021

Folgende nur aus Kopf und Amtssignatur bestehende Kopie offenbar eines Schreibens des Finanzamts Österreich vom 5.3.2021 wurde dazu vorgelegt:

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[...]

Beschwerdevorentscheidung vom 22.12.2020

Mit Datum 22.12.2020 erließ des Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf gegenüber ***1*** ***27*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23***, folgenden Bescheid (Bearbeiter: ***17*** ***18***):

Beschwerdevorentscheidung

Es ergeht die Beschwerdevorentscheidung bezüglich der Beschwerde vom 28.02.2020 von Herrn ***2*** ***1*** ***27***, ***22*** ***23***, ***21*** gegen den Haftungsbescheid vom 20.02.2020.

Über die Beschwerde wird auf Grund des § 263 Bundesabgabenordnung (BAO) entschieden:

Ihre Beschwerde wird gemäß § 261 BAO als gegenstandslos erklärt.

Begründung:

Gemäß § 261 Abs. 1 Bundesabgabenordnung (BAO) ist die Bescheidbeschwerde mit Beschwerdevorentscheidung (§ 262) oder mit Beschluss (§ 278) als gegenstandslos zu erklären, wenn dem Beschwerdebegehren Rechnung getragen wird

a) in einem an die Stelle des angefochtenen Bescheides tretenden Bescheid oder

b) in einem den angefochtenen Bescheid abändernden oder aufhebenden Bescheid.

Da mit Bescheid vom 22.12.2020 die Geltendmachung der Haftung gem. § 299 BAO aufgehoben wurde, war spruchgemäß zu entscheiden.

Rechtsmittelbelehrung:

Diese Beschwerdevorentscheidung wirkt wie eine Entscheidung über die Beschwerde, es sei denn, dass innerhalb eines Monats nach Zustellung der Beschwerdevorentscheidung der Antrag auf Entscheidung über die Beschwerde (Vorlageantrag) durch das Bundesfinanzgericht bei dem oben angeführten Amt gestellt wird. Bei rechtzeitiger Einbringung dieses Antrages gilt die Beschwerde ab diesem Zeitpunkt wieder als unerledigt, im Übrigen bleiben aber die Wirkungen der Beschwerdevorentscheidung bis zur abschließenden Erledigung erhalten.

Für den Vorstand

Qualifizierte elektronische Signatur von MA ***37*** ***19*** vom 22.12.2020

Schreiben vom 5.3.2021

Folgende nur aus Kopf und Amtssignatur bestehende Kopie offenbar eines Schreibens des Finanzamts Österreich vom 5.3.2021 wurde dazu vorgelegt:

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[...]

Säumnisbeschwerde vom 8.9.2020

An das

Bundesfinanzgericht

Republik Österreich

Hintere Zollamtsstrasse 2b

A-1030 Wien - 08.09.2020

Eingeschrieben übersandt nach Vorausübermittlung per email Adresse ***@bfg.gv.at

SÄUMNISBESCHWERDE gegen das Finanzamt 1130, Marxergasse 4, 1030 Wien

zu Berufungen/Beschwerden/Anträgen der

Antragsparteien

***1*** ***2*** Steuernummer ***13*** SV ***6***

***10*** ***2*** Steuernummer 0838 16546 SV ***38***

28.02.2020 und nachfolgende Beweisanträge. bzw neue Tatsachen und Ergänzungen

folgend dem Haftungsbescheid gegenüber ***1*** ***2*** 08-***7***, vom 20.02.2020, übermittelt 24.02.2020

bzw

Absprechen der zurückliegend zugesprochenen und ausbezahlten Familienbeihilfe 2010 bis Okt 2017 und Rückforderungsbescheid des Finanzamtes, Familienbeihilfe, übermittelt 24.02.2020.

Unsere Bescheidbeschwerden wurden als Anträge beim Bundesfinanzgericht fristgerecht übermittelt, das an das betroffene Finanzamt bestätigt übermittelt hat.

Unsere Beschwerden bezeichneten die zu beanstandenden Bescheide des Finanzamtes.

Unsere Beschwerden führten die Anfechtungspunkte auf.

Wir stellten Abänderungsanträge zur Wiederherstellung des Rechtszustandes und begründeten ausführlich belegt mit Nachweisen, Dokumenten und Richtigstellungen.

Da das Finanzamt bei erhobenen Beschwerden gegen Bescheide regelmäßig eine Beschwerdevorentscheidung erlassen muß, haben wir diese, voraus dieser unserer Säumnisbeschwerde, sowohl beim Finanzamt erfolglos und unbeantwortet abgefragt, als uns auch beim BFG erkundigt, ob wie in Sonderfällen eine direkte Vorlage an das BFG erfolgt sei.

Da es nunmehr auch 6 Monate nach unseren übermittelten Beschwerden gegen Bescheide weder eine Beschwerdevorentscheidung gibt, noch der rechtsmäßige Zustand hergestellt wurde, also das Unrechtsverhalten bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Schädigung anhält und außerdem auch mit heutigem Tag 08.09.2020 noch immer per Finanz-Online amtlich signiert ausgewiesen ist, demnach 1 Antrag zu Familienbeihilfe - Antrag=Beschwerde/Berufung/Anträge ***1*** ***2*** 28.02.2020 -

"Es ist derzeit ein noch unerledigter Antrag vorhanden"

vom Finanzamt selbst bestätigt wird, dass es zu keiner Erledigung gekommen ist,

erheben wir unsere Säumnisbeschwerde

auch auf Basis der gesamt dem BFG ebenfalls bereits vorliegenden Anträge, Korrespondenzen bezogen auf ab Februar 2017 und insbesondere dann ab 28.02.2020, deponierten Beweismittel mit dem Antrag,

das Bundesfinanzgericht möge dem Finanzamt 1130 Wien vorschreiben,

innert kürzester zumutbarer Frist, anbetracht der reaktionslos und ergebnislos verstrichenen letzten 6 Monate, aber auch angesichts der Länge des Verfahrens insgesamt bereits seit Februar 2017, seine Entscheidungen über unsere Beschwerden zu treffen und diese an das Bundesfinanzgericht zu übermitteln,

um das "eigenartig anmutende Verfahren und Verhalten" endlich einem ordentlichen Gerichtsverfahren zuzuführen, wo anzunehmen ist, Recht gesprochen wird und nicht auf Zuruf oder nach schwammiger Intervention oder aus anderen Motivationen heraus, wie in unserem Fall, agiert wird,

oder

es möge das Bundesfinanzgericht in Sache selber bereits entscheiden.

Wir ersuchen angesichts der behördlichen Auflagen und Empfehlungen wegen Covid19 mit nicht absehbaren Einschränkungen des Reiseverkehrs auch mittels Finanz-Online oder per mail, wie bekannt, verständigt werden, wie dies in der Vergangenheit auch hervorragend mit Einsicht der außergewöhnlichen Situation seitens des BFG ja mehrfach funktioniert hat,

und da sich die Ehegattin und Kindesmutter mit Kindern, wie gemeldet, belegt und bekannt, zum vorübergehenden dualsprachigen Bildungsweg unserer beiden Kinder nicht ausschließlich derzeit in Österreich andauernd aufhält, bzw der Ehegatte und Kindesvater soviel Zeit wie möglich in und mit der Familie verbringt, bzw anlaßbezogen ebenfalls an einer Reisetätigkeit gehindert sein kann.

Wir ersuchen um unmittelbare und lebensnahe Entscheidungen.

Mit freundlichen Grüßen

***1*** ***2***, A-***21***, ***22*** ***23***

***10*** ***2*** - gleichlautend, vorrübergehend in gemeldeten bekannter und belegter Begleitung des dualsprachigen Bildungswegs unserer beiden Kinder ***24*** und ***25*** mehrheitlich nicht in Österreich.

Schreiben vom 2.1.2020

Eine Kopie folgenden Schreibens mit Datum 2.1.2020 wurde vorgelegt:

An das

Finanzamt Wien 1

2/13/14 Purkersdorf

Abteilung FA FB

Herrn ***17*** ***18***

Marxergasse 4

1030 Wien

Wien. 02.01.2020

Per mail ***17***.***18***@bmf.gv.at

Unterlagenergänzung FB Antrag ***1*** ***2*** ***6*** vom 02.01.2020 FinanzOnline

Aktenlage Familienbeihilfe ***10*** ***2*** aktenkundig vertreten durch RA Dr ***16***

Gesetzeskonform verzichte ich, ***10*** ***2***, ***38***, ***21***, ***22*** ***23*** (im Interesse und zum Gemeinwohl unserer leiblichen Kinder ***24*** ***2*** und ***25*** ***2***) ab 01.02.2017 zugunsten meines Ehegatten und Kindesvater unserer gemeinsamen Kinder ***24*** ***2*** und ***25*** ***2*** auf mein Bezugsrecht auf Familienbeihilfe, wie es vorzugsweise der Kindesmutter zusteht.

Gleichzeitig ersuche ich um Nichtigkeit bzw ewiges Ruhen

betreffend verweigerter, abgesprochener bzw zurückgeforderter Familienbeihilfe,

wie uns zuvor per März 2010 für 1 Kind und ab Geburt unseres zweiten Kindes April 2012 nach Anträgen, Vorlagen, Prüfungen durch die Finanzämter Liezen und Leoben, später dann Wien, zu Recht mehrfach zugesprochenen, wiederholt durch amtliche Ergänzungen begründeten, bestätigten und ausbezahlten Familienbeihilfe bis Jänner 2017 zu meinen Handen.

Die dann 2017 erfolgte

Anspruchsverweigerung, Aberkennung bzw Rückforderungen aus Anlaß einer eigenartigen Intervention aus dem Wiener Stadtschulrat mit einer mitgeteilten Mutmaßung und der Aufforderung an das Finanzamt um entsprechende Veranlassung (was immer dies juristisch auf welcher Rechtsbasis sein sollte), zu der bis zweite Jahreshälfte 2017 keinerlei Begründung gegeben wurde und auch unsere Parteienstellung vernachlässigt wurde, ersuchen wir auszusetzen.

Auch das Interventionsschreiben der Frau Bundesminister für Familie mutet eigenartig an mit einem mutmaßlichen Hinweis auf zu prüfenden Sozialbetrug unter völlig falschen Angaben, wie etwa, daß sich sowohl mein Ehegatte als auch ich von 2007 bis 2014 erwerbstätig in Deutschland und nicht Österreich aufgehalten hätten mit Anspruch auf deutsche Familienleistungen, wozu eben Prüfung auf begangenen Sozialbetrugs erforderlich sei. Dazu mag festgehalten sein, daß ich 2007 meinen späteren Ehegatten und Vater unserer beider Kinder noch gar nicht kannte, zwischen 2007 und 2014 höchstens einmal im angrenzenden deutschen Grenzgebiet als Urlauber durchreisend war und erstens keinen Anspruch auf Familienleistungen aus Deutschland hatte und natürlich auch nicht bezog. Davon konnte sich das Finanzamt ja auch selber überzeugen mit getätigter Nachforschung in Deutschland und amtlicher Antwort dortiger Behörden, ohne unsere Parteienstellung berücksichtigt zu haben.

Wir hoffen, daß die leidige Angelegenheit nunmehr rasch bereinigt wird und sehen Ihrer Bearbeitung unserer Anträge erwartungsvoll entgegen. Weitere Ergänzungen dürften wohl nicht erforderlich sein, wie Sie erklärt hatten gegenüber Dr ***16***, daß keine weiteren Unterlagen vonnöten wären.

Auch hoffen wir, daß die Stellungnahme des Finanzamtes OA Mag ***39***, er könne sich durchaus Sachkonstellationen vorstellen, wonach der von mir begehrte Anspruch auf Familienbeihilfe für unsere beiden Kinder berechtigt sei, nun endlich Resultate zeitigt mit einer Beendigung der mißliebig gelaufenen Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

***10*** und ***1*** ***2***

***21***. ***22*** ***23***

Erreichbarkeit wie immer gegeben unter ***15***@gmail.com bzw postalisch bzw unter +43 664 ***14***

Zwei Unterschriften

E-Mail vom 25.3.2021

Ein E-Mail vom 25.3.2021 des ***1*** ***2*** an RA Dr. ***8*** ***9*** mit dem Betreff "FB zur Aktenergänzung" mit dem Text "attached Nachweis, dass noch Ende 2019 das FA auf Basis des unerledigten Antrags FB ***10*** ***2***, zu dem noch Ergänzungsaufträge erbracht wurden, wozu dann Hr ***18*** FA erklärte, es würden keine weiteren Unterlagen benötigt - bis dann Frau ***19*** ultimativ den Wechsel FB Antragstellen/bezieher von ***10*** ***2*** zu ***1*** ***2*** begehrt hatte..." wurde vorgelegt, dazu ein Ausdruck aus FinanzOnline vom 20.12.2019, wonach betreffend den Teilnehmer ***10*** ***2*** und Familienbeihilfe derzeit noch ein unerledigter Antrag vorhanden sei (Details zu diesem Antrag sind nicht ersichtlich).

Beschwerdevorentscheidung vom 9.10.2020

Das Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf erließ gegenüber ***1*** ***27*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** folgenden undatierten, mit 9.10.2020 amtssignierten Bescheid:

Beschwerdevorentscheidung

Es ergeht die Beschwerdevorentscheidung bezüglich der Beschwerde vom 28.02.2020 von Herrn ***2*** ***1*** ***27***, ***22*** ***23***, ***21*** gegen den Haftungsbescheid vom 20.02.2020.

Über die Beschwerde wird auf Grund des § 263 Bundesabgabenordnung (BAO) entschieden:

Ihre Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.

Begründung:

Gemäß § 26 Abs. 1 Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 67) hat, wer Familienbeihilfe zu Unrecht bezogen hat, die entsprechenden Beträge zurückzuzahlen.

Gemäß § 26 Abs. 2 FLAG 67 können zurückzuzahlende Beträge nach Abs. 1 auf fällige und fällig werdende Familienbeihilfen angerechnet werden.

Gemäß § 26 Abs. 3 FLAG 67 haftet für die Rückzahlung eines zu Unrecht bezogenen Betrages an Familienbeihilfe auch derjenige Elternteil des Kindes, der mit dem Rückzahlungspflichtigen in der Zeit, in der die Familienbeihilfe für das Kind zu Unrecht bezogen worden ist, im gemeinsamen Haushalt gelebt hat.

Voraussetzung der Inanspruchnahme als Haftender ist,

dass der in Anspruch genommene Elternteil in der Zeit der zu Unrecht bezogenen Familienbeihilfe für das Kind mit diesem in einem gemeinsamen Haushalt gelebt hat, und

dieser andere Elternteil von der Behörde durch Erlassung eines Haftungsbescheides zur Haftung herangezogen wird.

Die Geltendmachung der Haftung wird nach den Erläuterungen dann gerechtfertigt sein, wenn der Rückzahlungspflichtige zur Rückzahlung nicht in der Lage ist, insbesondere dann, wenn er ohne Einkommen ist.

Im vorliegenden Fall wurde mit Rückforderungsbescheid vom 13. Juli 2017 für die Kinder ***24*** und ***25*** die Familienbeihilfe und der Kinderabsetzbetrag für den Zeitraum November 2014 bis Jänner 2017 (Familienbeihilfe € 6.824,00 und Kinderabsetzbetrag € 3.153,60) sowie mit Rückforderungsbescheid vom 1. März 2018 für das Kind ***24*** von März 2010 bis Oktober 2014 und für das Kind ***25*** von April 2012 bis Oktober 2014 (Familienbeihilfe € 9.856,00 und Kinderabsetzbetrag € 5.080,80) Ihrer Gattin, Frau ***2*** ***10*** zur Rückzahlung vorgeschrieben.

Diese Bescheide sind mittlerweile in Rechtskraft erwachsen, es wurden aber in der Folge keine Rückzahlungen von Frau ***2*** getätigt.

Da von Ihrer Gattin weder Einkünfte angegeben wurden noch solche festgestellt werden können, Ihrerseits aber seit Jänner 2015 ein Anspruch auf Alterspensionsbezug vorliegt, ergibt sich einerseits ein Anspruch auf österreichische Familienleistungen, auch wenn die Kinder in Ungarn leben, und andererseits die Geltendmachung der oben angeführten Haftung im Zusammenhang mit den Ihrer Gattin vorgeschriebenen Rückzahlungsbeträgen.

Da aufgrund der Aktenlage davon auszugehen ist, dass Sie in den genannten Zeiträumen, März 2010 bis Oktober 2014 und November 2014 bis Jänner 2017 im gemeinsamen Haushalt mit den Kindern und Ihrer Gattin gelebt haben, die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme als Haftender vorliegen, folglich muss Ihre Beschwerde abgewiesen werden.

Rechtsmittelbelehrung:

Diese Beschwerdevorentscheidung wirkt wie eine Entscheidung über die Beschwerde, es sei denn, dass innerhalb eines Monats nach Zustellung der Beschwerdevorentscheidung der Antrag auf Entscheidung über die Beschwerde (Vorlageantrag) durch das Bundesfinanzgericht bei dem oben angeführten Amt gestellt wird. Bei rechtzeitiger Einbringung dieses Antrages gilt die Beschwerde ab diesem Zeitpunkt wieder als unerledigt; im Übrigen bleiben aber die Wirkungen der Beschwerdevorentscheidung bis zur abschließenden Erledigung erhalten.

Für den Vorstand ı

***19***

Beschluss BFG 22.9.2020, RS/7100060/2020

BESCHLUSS

Das Bundesfinanzgericht hat durch die Richterin Mag. ***40*** ***20*** ***1*** ***2***, ***22*** ***23***, ***21***, über die Beschwerde des ***1*** ***2*** wegen behaupteter Verletzung der Entscheidungspflicht durch das Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf betreffend Entscheidung über die Beschwerde vom 28.2.2020 gegen den Haftungsbescheid vom 20.2.2020 beschlossen:

Dem Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf wird gemäß § 284 Abs. 2 BAO aufgetragen, bis spätestens 27.10.2020 (sechs Wochen ab Einlangen der Säumnisbeschwerde beim Bundesfinanzgericht am 14.9.2020) die versäumte Entscheidung zu erlassen und eine Abschrift dieser Entscheidung (samt Zustellnachweis) vorzulegen oder anzugeben, warum eine Verletzung der Entscheidungspflicht nicht oder nicht mehr vorliegt.

Eine abgesonderte Revision an den Verwaltungsgerichtshof ist gemäß § 25a Abs. 3 VwGG nicht zulässig.

Begründung

Die beschwerdeführende Partei hat gemäß § 284 Abs. 1 BAO Beschwerde wegen Verletzung der Entscheidungspflicht durch die belangte Behörde betreffend Entscheidung über die Beschwerde vom 28.2.2020 gegen den Haftungsbescheid vom 20.2.2020 erhoben.

Die gegenständliche Säumnisbeschwerde langte beim Bundesfinanzgericht am 14.9.2020 ein.

Gemäß § 284 Abs. 2 BAO hat das Verwaltungsgericht der Abgabenbehörde aufzutragen, innerhalb einer Frist von bis zu drei Monaten ab Einlangen der Säumnisbeschwerde zu entscheiden und gegebenenfalls eine Abschrift des Bescheides vorzulegen oder anzugeben, warum eine Verletzung der Entscheidungspflicht nicht oder nicht mehr vorliegt. Die Frist kann einmal verlängert werden, wenn die Abgabenbehörde das Vorliegen von in der Sache gelegenen Gründen nachzuweisen vermag, die eine fristgerechte Entscheidung unmöglich machen. Wird der Bescheid erlassen oder wurde er vor Einleitung des Verfahrens erlassen, so ist das Verfahren einzustellen

Dem Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf wird somit gemäß § 284 Abs. 2 BAO aufgetragen, zur vorliegenden Säumnisbeschwerde sechs Wochen ab Einlangen der Säumnisbeschwerde, somit bis längstens 27.10.2020 die versäumte Entscheidung zu erlassen und eine Abschrift dieser Entscheidung vorzulegen oder anzugeben, warum eine Verletzung der Entscheidungspflicht nicht oder nicht mehr vorliegt.

Belehrung und Hinweise

Gegen verfahrensleitende Beschlüsse ist eine abgesonderte Revision an den Verwaltungsgerichtshof oder Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof nicht zulässig. Sie können erst in der Revision oder Beschwerde gegen das die Rechtssache erledigende Erkenntnis angefochten werden (§ 25a Abs. 3 Verwaltungsgerichtshofgesetz 1985, § 88a Abs. 3 Verfassungsgerichtshofgesetz 1953).

Mitteilung über den Bezug der Familienbeihilfe

Das Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf fertigte am 20.2.2020 folgende Mitteilung über den Bezug von Familienbeihilfe für die Kinder ***25*** ***2*** und ***26*** ***2*** jeweils für den Zeitraum Jänner 2015 bis August 2021 an ***1*** ***27*** ***2*** zu Handen Dr ***16*** Dr ***41*** Mag ***42***, ***28***, ***30*** ***44***, aus:

[...]

Überprüfungsschreiben vom 2.1.2015

Das Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf übermittelte am 2.1.2015 ***10*** ***2*** ein Schreiben betreffend Überprüfung des Anspruchs auf Familienbeihilfe, welches beim Finanzamt ausgefüllt am 3.2.2015 rücklangte. In der Antwort wurde auf die Verlegung des Hauptwohnsitzes nach ***21*** hingewiesen. Vorgelegt wurde ein Begleitschriften von ***1*** ***2*** betreffend derzeitiger Unmöglichkeit der Vorlage eines Pensionsbescheids.

Schreiben vom 9.2.2017

***10*** und ***1*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23***, schrieben am 9.2.2017 dem Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf betreffend "Bescheid / Mitteilung über den Bezug der Familienbeihilfe", ausgefertigt am 2.2.2017, dass damit rückwirkend der Anspruch auf März 2010 bis Jänner 2017 für ***26*** ***2*** und auf April 2012 bis Jänner 2017 für ***25*** ***2*** "nachteilig festgesetzt" worden sei. Gleichzeitig sei die Auszahlung der Familienbeihilfe für die gemeinsamen Kinder mit sofortiger Wirkung eingestellt und bereits der Überweisungsbetrag Februar 2017 nicht mehr zur Anweisung gebracht worden sei. Die Unterzeichner fordern das Finanzamt auf, "den willkürlich ergangenen Bescheid mit sofortiger Wirkung aufzuheben und insbesondere detailliert auszuführen, wie es zu Ihrer unverständlichen Handlungsweise kommen konnte":

[...]

Einstellung des Säumnisbeschwerdeverfahrens zu RS/7100060/2020

Im Bundesfinanzgericht ist folgender Beschluss vom 11.11.2020 zu RS/7100060/2020 betreffend die oben wiedergegebene Säumnisbeschwerde vom 8.9.2020 aktenkundig:

BESCHLUSS

Das Bundesfinanzgericht hat durch die Richterin Mag. ***40*** ***20*** in der Beschwerdesache ***1*** ***2***, ***22*** ***23***, ***21***, wegen behaupteter Verletzung der Entscheidungspflicht durch das Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf betreffend Entscheidung über die Beschwerde vom 28.2.2020 gegen den Haftungsbescheid vom 20.2.2020 beschlossen:

Das Säumnisbeschwerdeverfahren wird eingestellt.

Eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof ist nach Art. 133 Abs. 4 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) nicht zulässig.

Begründung

Die beschwerdeführende Partei hat mit Eingabe vom 14.9.2020 gemäß § 284 Abs. 1 BAO eine Säumnisbeschwerde wegen Verletzung der Entscheidungspflicht betreffend Entscheidung über die Beschwerde vom 28.2.2020 gegen den Haftungsbescheid vom 20.2.2020 erhoben.

Dem Finanzamt wurde mit Beschluss vom 22.9.2020 aufgetragen, den Bescheid bis zum 27.10.2020 zu erlassen. Diese Frist wurde mit Beschluss vom 23.10.2020 bis zum 3.12.2020 verlängert.

Weiters wurde ihr aufgetragen, eine Abschrift der Entscheidung vorzulegen oder anzugeben, warum eine Verletzung der Pflicht zur Erlassung des Bescheides nicht oder nicht mehr vorliegt.

§ 284 BAO lautet auszugsweise:

(1) Wegen Verletzung der Entscheidungspflicht kann die Partei Beschwerde (Säumnisbeschwerde) beim Verwaltungsgericht erheben, wenn ihr Bescheide der Abgabenbehörden nicht innerhalb von sechs Monaten nach Einlangen der Anbringen oder nach dem Eintritt zur Verpflichtung zu ihrer amtswegigen Erlassung bekanntgegeben werden. Hiezu ist jede Partei befugt, der gegenüber der Bescheid zu ergehen hat.

(2) Das Verwaltungsgericht hat der Abgabenbehörde aufzutragen, innerhalb einer Frist von bis zu drei Monaten ab Einlangen der Säumnisbeschwerde zu entscheiden und gegebenenfalls eine Abschrift des Bescheides vorzulegen oder anzugeben, warum eine Verletzung der Entscheidungspflicht nicht oder nicht mehr vorliegt. Die Frist kann einmal verlängert werden, wenn die Abgabenbehörde das Vorliegen von in der Sache gelegenen Gründen nachzuweisen vermag, die eine fristgerechte Entscheidung unmöglich machen. Wird der Bescheid erlassen oder wurde er vor Einleitung des Verfahrens erlassen, so ist das Verfahren einzustellen.

(3) Die Zuständigkeit zur Entscheidung geht erst dann auf das Verwaltungsgericht über, wenn die Frist (Abs. 2) abgelaufen ist oder wenn die Abgabenbehörde vor Ablauf der Frist mitteilt, dass keine Verletzung der Entscheidungspflicht vorliegt.

(6) Partei im Beschwerdeverfahren ist auch die Abgabenbehörde, deren Säumnis geltend gemacht wird.

Das Finanzamt hat den Bescheid am 9.10.2020 ausgefertigt und eine Kopie an das Bundesfinanzgericht übermittelt.

Wie der Bf. per E-Mail und eingescanntem Rückschein) vom 16.10.2020 an das Bundesfinanzgericht selbst bekanntgab, erfolgte am 15.10.2020 ein Zustellversuch zu eigenen Handen an der vom Bf. im Verfahren bekanntgegebenen Adresse. Da der Bf. dort nicht angetroffen wurde, erfolgte lt. Vermerk des Zustellorgans die Hinterlegung beim zuständigen Postamt. Als Abholzeitraum wurde 15.10.2020 bis 2.11.2020 vermerkt.

Der Bf. gab daraufhin in einem weiteren Schreiben an das Bundesfinanzgericht, eingelangt am 6.11.2020, bekannt, dass er den Bescheid am 30.10.2020 behoben habe.

Gemäß § 284 Abs. 2 BAO ist das Verfahren einzustellen, wenn der Bescheid erlassen wird.

Da der versäumte Bescheid nunmehr mit der Zustellung endgültig erlassen wurde, ging die Zuständigkeit nicht auf das Bundesfinanzgericht über. Das Säumnisbeschwerdeverfahren war daher einzustellen.

Zur Unzulässigkeit einer Revision

Gegen einen Beschluss des Bundesfinanzgerichtes ist die ordentliche Revision zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil der Beschluss von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird.

Im gegenständlichen Fall ist eine ordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof nicht zulässig, weil sich die Rechtsfolge der Einstellung des Säumnisbeschwerdeverfahrens unmittelbar aus § 284 Abs. 2 BAO ergibt und keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung zu lösen war.

Belehrung und Hinweise

Beschwerdeführenden Parteien und den im Beschwerdeverfahren Beigetretenen steht das Recht zu, innerhalb von sechs Wochen ab Zustellung dieser Entscheidung eine Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof (Freyung 8, 1010 Wien) zu erheben. Die Beschwerde ist direkt beim Verfassungsgerichtshof einzubringen. Die Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof muss - abgesehen von den gesetzlichen Ausnahmen - durch eine bevollmächtigte Rechtsanwältin oder einen bevollmächtigten Rechtsanwalt eingebracht werden.

Den Parteien des Beschwerdeverfahrens steht das Recht zu, innerhalb von sechs Wochen ab Zustellung dieser Entscheidung, wenn das Bundesfinanzgericht dies in seinem Spruch zugelassen hat, eine ordentliche, ansonsten eine außerordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof zu erheben. Die Revision ist schriftlich innerhalb von sechs Wochen ab Zustellung der Entscheidung beim Bundesfinanzgericht einzubringen. Sie ist - abgesehen von den gesetzlichen Ausnahmen - durch eine bevollmächtigte Rechtsanwältin oder einen bevollmächtigten Rechtsanwalt (in Abgaben- und Abgabenstrafsachen auch von einer Steuerberaterin bzw. einem Steuerberater oder einer Wirtschaftsprüferin bzw. einem Wirtschaftsprüfer) abzufassen und einzubringen.

Die für eine allfällige Beschwerde oder Revision zu entrichtenden Eingabengebühren ergeben sich aus § 17a Verfassungsgerichtshofgesetz 1953 und § 24a Verwaltungsgerichtshofgesetz 1985.

Mängelbehebungsauftrag

Das Bundesfinanzgericht beschloss mit Datum 14.4.2021:

Dem Beschwerdeführer ***1*** ***2*** wird gemäß § 2a BAO i.V.m. § 85 BAO und § 285 BAO aufgetragen, folgende Mängel seiner Säumnisbeschwerde innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung dieses Beschlusses durch Bekanntgabe an das Bundesfinanzgericht schriftlich oder mit Telefax (E-Mail ist nicht ausreichend) zu beheben:

Es ist genau und unmissverständlich anzugeben, mit der Erledigung welchen Antrags oder welcher Anträge (§ 85 Abs. 1 BAO) die belangte Behörde säumig sein soll, und zwar nicht durch allgemeine Umschreibung oder den Verweis auf Beilagen, sondern durch Angabe für jeden von der Säumnisbeschwerde umfassten Antrag von:

1. Namen des Antragstellers

2. Datum des Antrags

3. Gegenstand des Antrags (z.B. "Antrag auf Familienbeihilfe")

4. Datum der Postaufgabe oder des Einwurfs des Antrags in den Einwurfkasten des Finanzamts

Falls die belangte Behörde nach Ansicht des Beschwerdeführers nicht mit der Erledigung eines Antrags säumig sein sollte, sondern mit der Verpflichtung zur amtswegigen Erlassung eines Bescheids, wäre die Angelegenheit genau zu bezeichnen.

Begründend wurde neben der oben wiedergegebenen Darstellung der Säumnisbeschwerde samt Beilagen und der maßgebenden Rechtsgrundlagen unter anderem ausgeführt:

Mangelhafte Säumnisbeschwerde

Weder aus dem Wortlaut der verfahrensgegenständlichen Säumnisbeschwerde vom 30.3.2021 noch aus den zahlreichen beigefügten Unterlagen ist für das Bundesfinanzgericht ersichtlich, wodurch sich der Beschwerdeführer ***1*** ***2*** konkret beschwert erachtet.

Soweit aus den vorgelegten Unterlagen entnommen werden kann, dürfte an den Beschwerdeführer ***1*** ***2*** ein mit 20.2.2020 datierter Haftungsbescheid ergangen sein. Dieser dürfte vom Finanzamt mit Aufhebungsbescheid vom 22.12.2020 gemäß § 299 BAO aufgehoben worden sein, somit nicht mehr dem Rechtsbestand angehören.

Dass und bejahendenfalls welche Anträge des Beschwerdeführers ***1*** ***2*** unerledigt sind, ist vorerst der Säumnisbeschwerde nicht zu entnehmen.

Ein Antrag des Beschwerdeführers ***1*** ***2*** auf Auszahlung von Familienbeihilfe (auf den sich der Punkt "1) dem Finanzamt in möglichst kürzest möglicher Frist aufzutragen, Familienbeihilfe, rechtswirksam zuerkannt als schuldend seit 02/2017 bis nunmehr weiter anhaltend bis bereits 04.2021 dem Antragsteller und bewilligten FB-Bezieher ***1*** ***2*** auf das dem Finanzamt bekannte Konto bei Bank Austria zu überweisen", beziehen könnte, wurde im gegenständlichen Säumnisbeschwerdeverfahren nicht vorgelegt, wobei der Beschwerdeführer ***1*** ***2*** mit der Säumnisbeschwerde Bestätigungen über einen Familienbeihilfebezug (auch seit Februar 2017) vorgelegt hat.

Es wurde auch kein unerledigtes Rechtsmittel gegen den Aufhebungsbescheid vom 22.12.2020 (der die Haftungsinanspruchnahme des Beschwerdeführers ***1*** ***2*** beseitigt hat) dem Bundesfinanzgericht vorgelegt.

Mängelbehebungsauftrag

Das Bundesfinanzgericht wird daher durch die Säumnisbeschwerde nicht in die Lage versetzt, gegebenenfalls in der Sache entscheiden zu können, da ihm unbekannt ist, womit die belangte Behörde konkret säumig sein soll.

Es ist dem Beschwerdeführer ***1*** ***2*** somit, wie im Spruch näher ausgeführt, die Präzisierung seiner Säumnisbeschwerde aufzutragen.

Da sich aus der Säumnisbeschwerde und den vom Beschwerdeführer ***1*** ***2*** vorgelegten Unterlagen ergibt, dass dieser (und seine Ehegattin) derzeit von Rechtsanwalt Dr. ***8*** ***9*** rechtsfreundlich vertreten werden und eine allgemeine anwaltliche Vertretungsvollmacht auch eine Zustellvollmacht umfasst, ist der gegenständliche Mängelbebungsauftrag dem rechtsfreundlichen Vertreter zuzustellen, wobei bemerkt wird, dass die Bundesabgabenordnung im Säumnisbeschwerdeverfahren gerichtliche Zustellungen mittels E-Mail nicht vorsieht.

Die im Spruch gesetzte Frist von zwei Wochen erscheint für die Klarstellung, was der Beschwerdeführer ***1*** ***2*** tatsächlich möchte, und der Zielsetzung eines zügigen Mängelbehebungsverfahrens angemessen.

Dieser Mängelbehebungsauftrag wurde dem Bf zu Handen seines rechtsfreundlichen Vertreters am 19.4.2021 zugestellt.

Unterlagenvorlage

Am 16.4.2021 legte das Finanzamt Österreich, dem eine Ausfertigung des Mängelbehebungsauftrags zur Information zugestellt wurde, dem Bundesfinanzgericht kommentarlos folgende Unterlagen elektronisch vor:

Aufhebungsbescheid vom 22.12.2020

Eine Ausfertigung des vom Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf gegenüber ***1*** ***27*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** mit Datum 22.12.2020 erlassenen Aufhebungsbescheid, mit welchem der Haftungsbescheid vom 20.2.2020 gemäß § 299 Abs. 1 BAO aufgehoben wurde (siehe oben bei den Beilagen zur Säumnisbeschwerde).

Beschwerdevorentscheidung vom 22.12.2020

Eine Ausfertigung der vom Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf gegenüber ***1*** ***27*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23***, mit Datum 22.12.2020 erlassenen Beschwerdevorentscheidung, wonach die Beschwerde vom 28.2.2020 gegen den Haftungsbescheid vom 20.2.2020 gemäß § 261 BAO als gegenstandlos erklärt wurde (siehe oben bei den Beilagen zur Säumnisbeschwerde).

Beschluss vom 14.4.2021

Die dem Finanzamt elektronisch übermittelte Ausfertigung des Beschlusses des Bundesfinanzgerichts vom 14.4.2021.

E-Mail des Beschwerdeführers vom 30.4.2021 an den Präsidenten des Bundesfinanzgerichts

Der Bf sandte dem Präsidenten des Bundesfinanzgerichts an seine E-Mail-Adresse ***@bfg.gv.at am 30.4.2021 folgende E-Mail von seinem Account ***15***@aon.at mit dem Betreff "FB ***2*** ***6*** Abgabennummer 08-***7***":

An das

Bundesfinanzgericht

Herrn Präsident Dr Lenneis

Hintere Zollamtsstrasse 2b

A-1030 Wien

30.04.2021

Betrifft: Familienbeihilfe Familie ***2*** ***6***

Abgabennummer 08-***7***

anhängig seit 2017 beginnend mit Beschwerde gegenüber dem FA 09.02.2017 und BFG Aktenzahl GZ AO/7100012/2017

Sehr geehrter Herr Präsident Dr Lenneis,

angesichts der vorgelegenen Tatsachen,

daß trotz erzwungenen Aufhebens des Haftungsbescheids zur Gänze gegen ***1*** ***2*** das FA auch weiterhin die zuerkannte FB ab 02/2017 nicht bezahlt hat bis heute, zusätzlich der ausstehenden Schulgelder und der Corona Familien-Einmalzahlung aus Sept 2020,

weiters der Haftungsbescheid aufgehoben, jedoch nicht mit einem den gesetzlichen Bedingungen entsprechenden detaillierten Begründung unterlegt und ausgefertigt wurde,

weiters das FA zu den erhobenen Beschwerden des ***1*** ***2*** gegen die beiden "rechtswidrigen Bescheide" gegen ***10*** ***2***, wie sie dem Haftungsbescheid gegen ***1*** ***2*** zugrundgelegt worden waren, abgesprochen hatte,

und auch alle unaufgeregten Versuche einer Beilegung nicht fruchteten,

wurde unsererseits Säumnisbeschwerde 01.04.2021 via BFG eingebracht und können wir bei bestem Bemühen nicht nachvollziehen, warum die turnusmäßig zugeteilte Richterin Elisabeth Wanke den Unterlagen und Begehren, wie von uns als Partei per 01.04.2021 übermittelt, keinen Inhalt, Antrag, Begehren meinte, entnehmen zu können, selbst die klare Auszeichnung des Antragstellers ***1*** ***2***, ***21***, ***22*** ***23*** ***5***, zusätzlich anwaltlich vertreten durch RA Dr ***8*** ***9***, wie angeführt, meinte auf das Absendekuvert beziehen zu müssen, unsere Kinder von ***26*** und ***25*** zu ***24*** und ***25*** umgetauft wurden und für mich interpretierbar verstanden wurde, daß weiterer Zeitverlust/gewinn bzw Hindernis abzusehen waren.

Natürlich ist der Ergänzungsauftrag der Richterin Wanke respektvoll zur Kenntnis zu nehmen,

mag ich aber den Gedankengang anstellen, daß eine Berufung oder Meldung für die Verwendung am BFG, für das der Gesetzgeber vorsieht, daß der Bürger - die Partei - sich selbst vertreten darf, wohl so zu verstehen war und ist, daß der Laie versucht, so gut, wie ihm möglich, vorzutragen, damit großer Wahrscheinlichkeit nach nicht dem elitären juristischen Circel zugerechnet werden kann, jedoch darauf vertrauen muß können, daß ein/e Richterin/Richter am BFG wohl bemüht zu versuchen hätte, die ja sehr wohl enthaltenen Informationen, wie sie für eine Säumnisbeschwerde zu erfüllen sind, einem Antrag zu entnehmen, da wir ja Voreingenommenheit oder Parteinahme ausschließen.

Natürlich wünschen zumindest wir uns, daß vielleicht der Angelobungseid für Richterinnen/Richter vielleicht irgend einmal abgeändert wird, wie angeregt,

von

"…und meine ganze Kraft in den Dienst der Republik stellen werde."

in

"…nach bestem Wissen und Gewissen, ohne Ansehen der Person zu urteilen und nur der Wahrheit und Gerechtigkeit zu dienen, (ob mit oder ohne) so wahr mir Gott helfe.

Wir nehmen daher ohne weitere Bezugnahme auf die Säumnisbeschwerde, sowie Ergänzungsauftrag mit Anmerkungen, eben wie gehabt respektvoll zur Kenntnis

und

werden mit geeigneten robusterem Vorgehen dem Rechtsanspruch auf FB und auch Ausführung inklusive Zahlungweiter

nachgehen.

Mit besten Grüßen

***1*** ***2***

Gleichermaßen für ***10*** ***2***, ***26*** ***2***, ***25*** ***2***

A-***21***, ***22*** ***23*** ***5***, vertreten durch RA Dr ***8*** ***9***, A-***21***, ***43***

Derzeit wie informiert in vorrübergehender dualsprachiger Schulausbildung der Kinder sowie anbetracht der Covid Pandemie hauptsächlich in Ungarn aufhältig.

Erreichbarkeit

wie immer unter +43 664 ***14*** und ***15***@gmail.com oder ***15***@aon.at oder postalisch, wie bekannt gegeben

Keine Eingabe

Innerhalb der mit Beschluss vom 14.4.2021 gesetzten Frist langte beim Bundesfinanzgericht keine Eingabe des Bf (weder in Papierform noch mittels Telefax) ein.

Das Bundesfinanzgericht hat erwogen:

Rechtsgrundlagen

§§ 284, 285 BAO lauten:

21. Säumnisbeschwerde

§ 284. (1) Wegen Verletzung der Entscheidungspflicht kann die Partei Beschwerde (Säumnisbeschwerde) beim Verwaltungsgericht erheben, wenn ihr Bescheide der Abgabenbehörden nicht innerhalb von sechs Monaten nach Einlangen der Anbringen oder nach dem Eintritt zur Verpflichtung zu ihrer amtswegigen Erlassung bekanntgegeben (§ 97) werden. Hiezu ist jede Partei befugt, der gegenüber der Bescheid zu ergehen hat.

(2) Das Verwaltungsgericht hat der Abgabenbehörde aufzutragen, innerhalb einer Frist von bis zu drei Monaten ab Einlangen der Säumnisbeschwerde zu entscheiden und gegebenenfalls eine Abschrift des Bescheides vorzulegen oder anzugeben, warum eine Verletzung der Entscheidungspflicht nicht oder nicht mehr vorliegt. Die Frist kann einmal verlängert werden, wenn die Abgabenbehörde das Vorliegen von in der Sache gelegenen Gründen nachzuweisen vermag, die eine fristgerechte Entscheidung unmöglich machen. Wird der Bescheid erlassen oder wurde er vor Einleitung des Verfahrens erlassen, so ist das Verfahren einzustellen.

(3) Die Zuständigkeit zur Entscheidung geht erst dann auf das Verwaltungsgericht über, wenn die Frist (Abs. 2) abgelaufen ist oder wenn die Abgabenbehörde vor Ablauf der Frist mitteilt, dass keine Verletzung der Entscheidungspflicht vorliegt.

(4) Säumnisbeschwerden sind mit Erkenntnis abzuweisen, wenn die Verspätung nicht auf ein überwiegendes Verschulden der Abgabenbehörde zurückzuführen ist.

(5) Das Verwaltungsgericht kann sein Erkenntnis vorerst auf die Entscheidung einzelner maßgeblicher Rechtsfragen beschränken und der Abgabenbehörde auftragen, den versäumten Bescheid unter Zugrundelegung der hiermit festgelegten Rechtsanschauung binnen bestimmter, acht Wochen nicht übersteigender Frist zu erlassen. Kommt die Abgabenbehörde dem Auftrag nicht nach, so entscheidet das Verwaltungsgericht über die Beschwerde durch Erkenntnis in der Sache selbst.

(6) Partei im Beschwerdeverfahren ist auch die Abgabenbehörde, deren Säumnis geltend gemacht wird.

(7) Sinngemäß sind anzuwenden:

a) § 256 Abs. 1 und 3 (Zurücknahme der Beschwerde),

b) § 260 Abs. 1 lit. a (Unzulässigkeit),

c) § 265 Abs. 6 (Verständigungspflichten),

d) § 266 (Vorlage der Akten),

e) § 268 (Ablehnung wegen Befangenheit oder Wettbewerbsgefährdung),

f) § 269 (Obliegenheiten und Befugnisse, Ermittlungen, Erörterungstermin),

g) §§ 272 bis 277 (Verfahren),

h) § 280 (Inhalt des Erkenntnisses oder des Beschlusses).

§ 285. (1) Die Säumnisbeschwerde hat zu enthalten:

a) die Bezeichnung der säumigen Abgabenbehörde;

b) die Darstellung des Inhaltes des unerledigten Antrages bzw. der Angelegenheit, in der eine Verpflichtung zur amtswegigen Erlassung eines Bescheides besteht;

c) die Angaben, die zur Beurteilung des Ablaufes der Frist des § 284 Abs. 1 notwendig sind.

(2) Die Frist des § 284 Abs. 2 wird durch einen Mängelbehebungsauftrag (§ 85 Abs. 2) gehemmt. Die Hemmung beginnt mit dem Tag der Zustellung des Mängelbehebungsauftrages und endet mit Ablauf der Mängelbehebungsfrist oder mit dem früheren Tag des Einlangens der Mängelbehebung beim Verwaltungsgericht.

§ 85 Abs. 1 und 2 BAO lautet:

§ 85. (1) Anbringen zur Geltendmachung von Rechten oder zur Erfüllung von Verpflichtungen (insbesondere Erklärungen, Anträge, Beantwortungen von Bedenkenvorhalten, Rechtsmittel) sind vorbehaltlich der Bestimmungen des Abs. 3 schriftlich einzureichen (Eingaben).

(2) Mängel von Eingaben (Formgebrechen, inhaltliche Mängel, Fehlen einer Unterschrift) berechtigen die Abgabenbehörde nicht zur Zurückweisung; inhaltliche Mängel liegen nur dann vor, wenn in einer Eingabe gesetzlich geforderte inhaltliche Angaben fehlen. Sie hat dem Einschreiter die Behebung dieser Mängel mit dem Hinweis aufzutragen, daß die Eingabe nach fruchtlosem Ablauf einer gleichzeitig zu bestimmenden angemessenen Frist als zurückgenommen gilt; werden die Mängel rechtzeitig behoben, gilt die Eingabe als ursprünglich richtig eingebracht.

§ 86a BAO lautet:

§ 86a. (1) Anbringen, für die Abgabenvorschriften Schriftlichkeit vorsehen oder gestatten, können auch telegraphisch, fernschriftlich oder, soweit es durch Verordnung des Bundesministers für Finanzen zugelassen wird, im Wege automationsunterstützter Datenübertragung oder in jeder anderen technisch möglichen Weise eingereicht werden. Durch Verordnung des Bundesministers für Finanzen kann zugelassen werden, daß sich der Einschreiter einer bestimmten geeigneten öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Übermittlungsstelle bedienen darf. Die für schriftliche Anbringen geltenden Bestimmungen sind auch in diesen Fällen mit der Maßgabe anzuwenden, daß das Fehlen einer Unterschrift keinen Mangel darstellt. Die Abgabenbehörde und das Verwaltungsgericht können jedoch, wenn es die Wichtigkeit des Anbringens zweckmäßig erscheinen läßt, dem Einschreiter die unterschriebene Bestätigung des Anbringens mit dem Hinweis auftragen, daß dieses nach fruchtlosem Ablauf einer gleichzeitig zu bestimmenden angemessenen Frist als zurückgenommen gilt.

(2) Der Bundesminister für Finanzen kann durch Verordnung im Sinn des Abs. 1 erster Satz bestimmen,

a) unter welchen Voraussetzungen welche Arten der Datenübertragung an Abgabenbehörden und an Verwaltungsgerichte zugelassen sind,

b) daß für bestimmte Arten von Anbringen bestimmte Arten der Datenübertragung ausgeschlossen sind und

c) welche Unterlagen wie lange vom Einschreiter im Zusammenhang mit bestimmten Arten der Datenübertragung aufzubewahren sind.

§ 119 BAO lautet:

§ 119. (1) Die für den Bestand und Umfang einer Abgabepflicht oder für die Erlangung abgabenrechtlicher Begünstigungen bedeutsamen Umstände sind vom Abgabepflichtigen nach Maßgabe der Abgabenvorschriften offenzulegen. Die Offenlegung muß vollständig und wahrheitsgemäß erfolgen.

(2) Der Offenlegung dienen insbesondere die Abgabenerklärungen, Anmeldungen, Anzeigen, Abrechnungen und sonstige Anbringen des Abgabepflichtigen, welche die Grundlage für abgabenrechtliche Feststellungen, für die Festsetzung der Abgaben, für die Freistellung von diesen oder für Begünstigungen bilden oder die Berechnungsgrundlagen der nach einer Selbstberechnung des Abgabepflichtigen zu entrichtenden Abgaben bekanntgeben.

§ 138 BAO lautet:

§ 138. (1) Auf Verlangen der Abgabenbehörde haben die Abgabepflichtigen und die diesen im § 140 gleichgestellten Personen in Erfüllung ihrer Offenlegungspflicht (§ 119) zur Beseitigung von Zweifeln den Inhalt ihrer Anbringen zu erläutern und zu ergänzen sowie dessen Richtigkeit zu beweisen. Kann ihnen ein Beweis nach den Umständen nicht zugemutet werden, so genügt die Glaubhaftmachung.

(2) Bücher, Aufzeichnungen, Geschäftspapiere, Schriften und Urkunden sind auf Verlangen zur Einsicht und Prüfung vorzulegen, soweit sie für den Inhalt der Anbringen von Bedeutung sind.

Mangelhafte Säumnisbeschwerde

Im Beschluss vom 14.4.2021 wurde ausgeführt, dass weder aus dem Wortlaut der verfahrensgegenständlichen Säumnisbeschwerde vom 30.3.2021 noch aus den zahlreichen beigefügten Unterlagen für das Bundesfinanzgericht ersichtlich ist, wodurch sich der Beschwerdeführer ***1*** ***2*** konkret beschwert erachtet.

Soweit aus den vom Beschwerdeführer und vom Finanzamt vorgelegten Unterlagen entnommen werden kann, dürfte an den Beschwerdeführer ***1*** ***2*** ein mit 20.2.2020 datierter Haftungsbescheid ergangen sein. Dieser dürfte vom Finanzamt mit Aufhebungsbescheid vom 22.12.2020 gemäß § 299 BAO aufgehoben worden sein, daher also nicht mehr dem Rechtsbestand angehören. Eine gegen den Haftungsbescheid vom 20.2.2020 erhobene Beschwerde des Beschwerdeführers dürfte mit Beschwerdevorentscheidung vom 22.12.2020 gemäß § 261 BAO als gegenstandslos erklärt worden sein.

Aus der Säumnisbeschwerde geht nicht hervor, ob und welche Anträge des Beschwerdeführers ***1*** ***2*** unerledigt sind.

Ein Antrag des Beschwerdeführers ***1*** ***2*** auf Auszahlung von Familienbeihilfe (auf den sich der Punkt "1) dem Finanzamt in möglichst kürzest möglicher Frist aufzutragen, Familienbeihilfe, rechtswirksam zuerkannt als schuldend seit 02/2017 bis nunmehr weiter anhaltend bis bereits 04.2021 dem Antragsteller und bewilligten FB-Bezieher ***1*** ***2*** auf das dem Finanzamt bekannte Konto bei Bank Austria zu überweisen", beziehen könnte, wurde im gegenständlichen Säumnisbeschwerdeverfahren nicht vorgelegt, wobei der Beschwerdeführer ***1*** ***2*** mit der Säumnisbeschwerde Bestätigungen über einen Familienbeihilfebezug (auch seit Februar 2017) vorgelegt hat.

Es wurde auch kein unerledigtes Rechtsmittel gegen den Aufhebungsbescheid vom 22.12.2020 (der die Haftungsinanspruchnahme des Beschwerdeführers ***1*** ***2*** beseitigt hat) dem Bundesfinanzgericht vorgelegt. Sowohl der Beschwerdeführer als auch das Finanzamt haben die Gegenstandsloserklärung vom 22.12.2020 vorgelegt. Dass ein Rechtsmittel gegen diese Gegenstandsloserklärung eingebracht worden (und vom Finanzamt nicht erledigt worden) wäre, hat der Beschwerdeführer nicht behauptet.

Mängelbehebungsauftrag

Das Bundesfinanzgericht wird daher durch die Säumnisbeschwerde nicht in die Lage versetzt, gegebenenfalls in der Sache entscheiden zu können, da ihm unbekannt ist, womit die belangte Behörde konkret säumig sein soll.

Es ist nicht Sache des Bundesfinanzgerichts, aus einem Konvolut verschiedenster Unterlagen herauszusuchen, wodurch sich der Beschwerdeführer möglicherweise beschwert erachtet. Es war dem Beschwerdeführer ***1*** ***2*** zu Handen seines ausgewiesenen rechtsfreundlichen Vertreters somit die Präzisierung seiner Säumnisbeschwerde aufzutragen.

E-Mail kein Anbringen zur Geltendmachung von Rechten oder zur Erfüllung von Verpflichtungen

Das an den Präsidenten des Bundesfinanzgerichts gerichtete E-Mail des Beschwerdeführers vom 30.4.2021 ist kein beachtliches Anbringen.

Anbringen zur Geltendmachung von Rechten oder zur Erfüllung von Verpflichtungen, wie hier zur Behebung der Mängel der Säumnisbeschwerde, sind gemäß § 85 Abs. 1 BAO schriftlich einzureichen.

Anbringen, für die Abgabenvorschriften Schriftlichkeit vorsehen oder gestatten, können gemäß § 86a BAO auch telegraphisch, fernschriftlich oder, soweit es durch Verordnung des Bundesministers für Finanzen zugelassen wird, im Wege automationsunterstützter Datenübertragung oder in jeder anderen technisch möglichen Weise eingereicht werden.

Die Verordnung des Bundesministers für Finanzen über die Zulassung von Telekopierern zur Einreichung von Anbringen an das Bundesministerium für Finanzen, an die Verwaltungsgerichte sowie an die Finanzämter, das Zollamt Österreich und das Amt für Betrugsbekämpfung, BGBl. Nr. 494/1991 i.d.g.F. sieht in § 1 vor, dass für Anbringen im Sinn des § 86a Abs. 1 erster Satz BAO, die in Abgaben-, Monopol- oder Finanzstrafangelegenheiten an das Bundesministerium für Finanzen, an die Verwaltungsgerichte, an ein Finanzamt, an das Zollamt Österreich oder an das Amt für Betrugsbekämpfung gerichtet werden, die Einreichung unter Verwendung eines Telekopierers (Telefaxgerätes) zugelassen wird.

Ein E-Mail ist weder ein schriftliches Anbringen noch ein Anbringen mittels Telefax. Die Verordnung sieht die Einbringung von Anbringen mittels E-Mail nicht vor.

Wie der Verwaltungsgerichtshof in ständiger Rechtsprechung entscheidet, kommt einer E-Mail im Anwendungsbereich der BAO (in Bezug auf die von den Abgabenbehörden des Bundes zu vollziehenden Aufgaben) nicht die Eigenschaft einer Eingabe zu, wobei es sich nicht einmal um eine einem Formgebrechen unterliegende, der Mängelbehebung gemäß § 85 BAO zugängliche Eingabe handelt. Ein mit E-Mail eingebrachtes Anbringen löst weder eine Entscheidungspflicht der Behörde aus, noch berechtigt es die Behörde, eine bescheidmäßige Entscheidung zu fällen, die von einem Anbringen abhängig ist. Die Abgabenbehörde ist nicht einmal befugt, das "Anbringen" als unzulässig zurückzuweisen, weil es sich bei einer solchen E-Mail eben nicht um eine Eingabe an die Behörde handelt (vgl. VwGH 25.1.2006, 2005/14/0126; VwGH 24.2.2011, 2007/15/0042; VwGH 27.9.2012, 2012/16/0082; VwGH 19.12.2012, 2012/13/0091; VwGH 12.8.2015, Ra 2015/16/0065; VwGH 27.4.2017, Ra 2015/15/0007; VwGH 21.11.2017, Ra 2017/16/0141; VwGH 3.9.2019, Ra 2019/15/0081).

Einer E-Mail kommt die Eigenschaft einer Eingabe auch dann nicht zu, wenn das Finanzamt (oder das Bundesfinanzgericht) ein derartiges Anbringen (zunächst) in Bearbeitung nimmt (vgl. VwGH 27.9.2012, 2012/16/0082; VwGH 27.4.2017, Ra 2015/15/0007; VwGH 3.9.2019, Ra 2019/15/0081) oder ein Bescheid die E-Mail-Adresse des Referenten anführt (vgl. VwGH 25.1.2006, 2005/14/0126).

Mit § 323c BAO wurden verschiedene Sonderregelungen aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 in die Bundesabgabenordnung aufgenommen. Die Zulassung der Einreichung von Anbringen mittels E-Mail gehört nicht dazu.

Auf Grund der Verordnung des Bundesministers für Finanzen betreffend die elektronische Einreichung von Anbringen im Zusammenhang mit steuerlichen Erleichterungen aufgrund des Coronavirus, BGBl. II Nr. 121/2020, können wirksam lediglich Anträge auf Herabsetzung der Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen gemäß § 45 Abs. 4 und 5 EStG 1988, Ansuchen um Ratenzahlung gemäß § 323e BAO, Ansuchen um Stundung oder Ratenzahlung gemäß § 212 Abs. 1 BAO und Anträge auf Berücksichtigung einer COVID-19-Rücklage im Rahmen der Veranlagung 2019 gemäß § 1 der COVID-19-Verlustberücksichtigungsverordnung, BGBl. II Nr. 405/2020 vorübergehend an eine bestimmte E-Mail-Adresse, und zwar corona@bmf.gv.at, mit E-Mail wirksam eingebracht werden. Die Einbringung einer Säumnisbeschwerde und eine Eingabe in Erfüllung eines Mängelbebungsauftrags gehören nicht zu diesen Anbringen.

Die Hinweise des Beschwerdeführers, dass der Reiseverkehr auf Grund behördlicher Maßnahmen in Zusammenhang mit COVID-19 einschränkt ist, treffen zu. Der Beschwerdeführer wird allerdings durch einen Rechtsanwalt mit Sitz im Inland vertreten, der Eingaben für den Beschwerdeführer verfassen und zur Post geben kann. Auch war es dem Beschwerdeführer, wie die gegenständliche Säumnisbeschwerde zeigt, möglich, einen Brief in Ungarn aufzugeben. Die Tatsache, dass die Säumnisbeschwerde innerhalb weniger Tage nach Postaufgabe beim Bundesfinanzgericht auch eingelangt ist, zeigt, dass der Postverkehr zwischen Ungarn und Österreich trotz Pandemie funktioniert.

Die E-Mail an den Präsidenten des Bundesfinanzgerichts vom 30.4.2021 ist daher schon formell nicht geeignet, den Mängelbehebungsauftrag zu erfüllen.

Keine Anleitung gemäß § 113 BAO geboten

Nach § 113 BAO haben die Abgabenbehörden den Parteien, die nicht durch berufsmäßige Parteienvertreter vertreten sind, auf Verlangen die zur Vornahme ihrer Verfahrenshandlungen nötigen Anleitungen zu geben und sie über die mit ihren Handlungen oder Unterlassungen unmittelbar verbundenen Rechtsfolgen zu belehren. § 113 BAO setzt jedenfalls ein Verlangen der Partei voraus (vgl. VwGH 28.1.2003, 2001/14/0229; VwGH 28.6.2016, Ra 2016/13/0021; VwGH 17.11.2020, Ra 2019/13/0067).

Der Beschwerdeführer wird durch einen Rechtsanwalt, einen berufsmäßigen Parteienvertreter, vertreten und verweist auch immer wieder auf seinen Rechtsanwalt. Der Beschwerdeführer hat auch kein Verlangen gemäß § 113 BAO gestellt.

Auch inhaltlich keine Erfüllung des Mängelbehebungsauftrags

Selbst wenn die E-Mail vom 30.4.2021 an den Präsidenten des Bundesfinanzgerichts ein gemäß. § 85 BAO beachtliches Anbringen wäre, wäre damit der Mängelbehebungsauftrag nicht erfüllt.

Anstatt, wie aufgetragen, für jeden von der Säumnisbeschwerde umfassten Antrag anzugeben:

1. Namen des Antragstellers

2. Datum des Antrags

3. Gegenstand des Antrags (z.B. "Antrag auf Familienbeihilfe")

4. Datum der Postaufgabe oder des Einwurfs des Antrags in den Einwurfkasten des Finanzamts,

oder, falls die belangte Behörde nach Ansicht des Beschwerdeführers nicht mit der Erledigung eines Antrags säumig sein sollte, sondern mit der Verpflichtung zur amtswegigen Erlassung eines Bescheids, die Angelegenheit genau zu bezeichnen, schreibt der Beschwerdeführer wiederum allgemein an den Präsidenten des Bundesfinanzgerichts.

Dass der Haftungsbescheid aufgehoben worden ist, räumt der Beschwerdeführer in dieser E-Mail selbst ein.

Wenn der Beschwerdeführer der Auffassung ist, der Haftungsbescheid wäre rechtswidrig ergangen, hätte er diesen bekämpfen müssen, wobei nur der Spruch eines Bescheides (§ 93 Abs. 2 BAO), nicht aber allein dessen Begründung (§ 93 Abs. 3 lit. a BAO) einem Rechtsmittel zugänglich ist (vgl. VwGH 22.1.1960, 0353/57; VwGH 7.4.1975, 1624/73; VwGH 20.4.1995, 92/13/0086; VwGH 18.11.2003, 2003/14/0083).

Dass ein (nicht vorgelegter) Antrag des Beschwerdeführers auf Gewährung von Familienbeihilfe nicht erledigt worden wäre, steht im Widerspruch mit den vom Beschwerdeführer selbst vorgelegten Auszahlungsmitteilungen des Finanzamts.

Sollte der Beschwerdeführer meinen, die Auszahlung von Familienbeihilfe wäre nicht so erfolgt, wie dies die Mitteilungen vorsehen, steht es ihm frei, beim Finanzamt einen Antrag auf Erlassung eines Abrechnungsbescheids gemäß § 216 BAO zu stellen.

Sollte der Beschwerdeführer meinen, die Auszahlung von Familienbeihilfe wäre ab dem Jahr 2019 ohne die in § 8a FLAG 1967 vorgesehene Anpassung an das Preisniveau des ständigen Aufenthaltsorts des Kindes vorzunehmen, steht es ihm frei, beim Finanzamt einen Antrag auf Auszahlung der Familienbeihilfe ohne Anwendung der Vorschrift des § 8a FLAG 1967 zu stellen.

Keine Mängelbehebung

Die Beschwerdeführer hat innerhalb der gesetzten Frist die Mängel nicht behoben. Das Bundesfinanzgericht weiß somit nach wie vor nicht, was "Sache" des Säumnisbeschwerdeverfahrens ist, da ihm das der Säumnisbeschwerde zugrundeliegende Anbringen weiterhin unbekannt ist.

Zurückgenommenerklärung

Die Säumnisbeschwerde vom 30.3.2021, beim Bundesfinanzgericht eingelangt am 9.4.2021, gilt daher gemäß § 85 Abs. 2 BAO als zurückgenommen.

Wie bereits im Mängelbehebungsauftrag ausgeführt, wird der Beschwerdeführer ***1*** ***2*** (und seine Ehegattin) derzeit von Rechtsanwalt Dr. ***8*** ***9*** rechtsfreundlich vertreten, und ist der gegenständliche Beschluss dem rechtsfreundlichen Vertreter zuzustellen.

Revisionsnichtzulassung

Gegen ein Erkenntnis des Bundesfinanzgerichtes ist die Revision zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts­hofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird. Es liegt hier keine Rechtsfrage grundsätzlicher Bedeutung vor, da sich die Rechtsfolge eines nicht erfüllten Mängelbehebungsauftrags unmittelbar aus dem Gesetz ergibt.

 

Wien, am 11. Mai 2021