Rechtssatzkette

Stammrechtssatz

RV/0226-G/05-RS1 Permalink Entscheidungstext anzeigen

Liebhaberei bei einer Schmuck- und Nähboutique: Aufhebung und Zurückverweisung der Bescheide mangels Ermittlung der Grundlagen für eine Kriterienprüfung

Das Finanzamt hat für eine Kriterienprüfung gemäß § 1 Abs. 1 Liebhabereiverordnung Ermittlungen darüber anzustellen, ob die bisherige Betätigung wirtschaftlich sinnvoll war und der Stpfl sich – allenfalls nach Setzen von strukturverbessernden Maßnahmen – überhaupt noch Hoffnungen auf zukünftige Gewinne machen durfte, ob und welche Maßnahmen zur Verbesserung seiner Situation im Lauf der Jahre gesetzt hat, ob diese rechtzeitig, sinnvoll und ausreichend waren, ob im konkreten Fall persönliche Motive für das Dulden von Verlusten, insbesondere die sonst steuerlich nicht abzugsfähige Versorgung der Ehepartnerin oder die Erhaltung einer Beschäftigung bzw. Existenzgrundlage für diese, ausschlaggebend sind, und ob – unter Zugrundelegung dieser Feststellungen - die Betätigung allenfalls noch in den ersten Jahren des Streitzeitraums als Einkunftsquelle, in späteren Jahren des Streitzeitraumes aber – weil noch immer nicht eingestellt, obwohl bereits deutlich erkennbar ist, dass sie niemals erfolgbringend sein kann – als Liebhaberei zu beurteilen ist.

Zusatzinformationen

betroffene Normen:
Schlagworte:
Liebhaberei, Boutique, Handelsbetrieb, Schmuckboutique, Nähboutique, Schmuck- und Nähboutique, Kriterienprüfung, vorläufige Veranlagung, vorläufige Abgabenfestsetzung, typisch erwerbswirtschaftliche Betätigung, Betätigung mit Annahme einer Einkunftsquelle