Rechtssatzkette

Stammrechtssatz

RV/0749-W/04-RS1 Permalink Entscheidungstext anzeigen

Anerkennung von Bürgschaftszahlungen zu Gunsten eines nahen Angehörigen als außergewöhnliche Belastung.

Es besteht keine sittliche Verpflichtung, einem Angehörigen das von diesem eingegangene Unternehmerrisiko abzunehmen, zu dem auch die Insolvenzgefahr gehört. Verbürgt sich der Vater für Kreditschulden der GmbH des Sohnes und wird er daraufhin als Bürge und Zahler in Anspruch genommen, so kommt eine Anerkennung der Zahlungen als außergewöhnliche Belastung beim Vater nur dann in Frage, wenn schon das Eingehen der Bürgschaft zwangsläufig war; es musste also bereits zu diesem Zeitpunkt eine existenzbedrohende Notlage des Sohnes bestanden haben, und zwar in der Form, dass die wirtschaftliche Existenz des Sohnes überhaupt verloren zu gehen drohte.

Zusatzinformationen

Anmerkungen:
Verwiesen wird auf: Wiesner/Atzmüller/Grabner/Leitner/Wanke, EStG 1988, § 34 Anmerkung 26, § 34 Anmerkung 29, § 34 Anmerkung 78, Stichwort "Konkurs", Stichwort "Bürgschaftszahlungen zu Gunsten eines nahen Angehörigen"
betroffene Normen:
Schlagworte:
außergewöhnliche Belastung, Zwangsläufigkeit, nahe Angehörige, Sohn, GmbH, Bürgschaft, Bürge und Zahler, Unternehmerrisiko, Insolvenzgefahr, existenzbedrohende Notlage, sittliche Verpflichtung

Folgerechtssatz

RV/4289-W/02-RS1 Permalink Entscheidungstext anzeigen

Bürgschaftszahlungen zu Gunsten eines nahen Angehörigen

Zusatzinformationen

betroffene Normen:
Schlagworte:
Bürgschaft, außergewöhnliche Belastung, Zwangsläufigkeit, sittliche Verpflichtung, nahe Angehörige, Unternehmerrisiko