Rechtssatzkette

Stammrechtssatz

RV/0342-K/05-RS2 Permalink Entscheidungstext anzeigen

Werbungskosten im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung

Die Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung setzt voraus, dass der Steuerpflichtige außerhalb des Ortes, in dem er einen (Familien-)Wohnsitz führt bzw. unterhält, beschäftigt ist und auch am Beschäftigungsort wohnt. Für einen in eheähnlicher Gemeinschaft lebenden Steuerpflichtigen ist zumindest für einen Übergangszeitraum von zwei Jahren jedenfalls eine Familienwohnsitzverlegung in den Einzugsbereich des neuen Beschäftigungsortes nicht zuzumuten. Eine Erwerbstätigkeit des Lebensgefährten am (Familien-)Wohnsitz stellt einen berücksichtigungswürdigen Umstand dar, der eine auf Dauer angelegte doppelte Haushaltsführung rechtfertigen kann. Ist eine berufliche Tätigkeit des (Ehe-) Partners am Familienwohnsitz durch eine vorübergehende Arbeitslosigkeit unterbrochen und ist dieser als Arbeitssuchender beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt, so ist darin keine Ursache von Relevanz zu erblicken, die für die Auflösung bzw. Verlegung des Familienwohnsitzes spricht. Darüber hinaus sind auch Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung (zB. Notstandshilfe) als von wirtschaftlicher Bedeutung für das Partnerschaftseinkommen (Familieneinkommen) zu werten.

Zusatzinformationen

betroffene Normen:
Schlagworte:
Werbungskosten, doppelte Haushaltsführung, Familienheimfahrten, Befristung des Dienstverhältnisses, Lebensgemeinschaft, Einkünfte des Lebensgefährten, Notstandshilfe, Mittelpunkt der Lebensinteressen, Unzumutbarkeitsgründe, Familienwohnsitzverlegung, Übergangszeitraum

Folgerechtssatz

RV/3208-W/10-RS1 Permalink Entscheidungstext anzeigen

Beruflich veranlasste doppelte Haushaltsführung auch bei Arbeitslosigkeit der am Familienwohnsitz wohnhaften Ehegattin