Rechtssatzkette

Stammrechtssatz

RV/0753-W/03-RS1 Permalink Entscheidungstext anzeigen

Mindestkörperschaftsteuerpflicht auch bei Vorliegen von Liebhaberei

Die in § 24 Abs 4 KStG 1988 vorgesehene Anknüpfung an die Rechtsform der Kapital­gesell­schaften ist eine formalrechtliche, da sie auf konkrete Mindestkapitalvorschriften des österrei­chischen Aktien- bzw GmbH-Rechts Bezug nimmt.
Unbeschränkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaften fallen auch dann unter die Mindestkör­perschaftsteuerpflicht, wenn sie kein steuerlich relevantes Einkommen erzielen bzw ihre Tä­tigkeit als Liebhaberei zu werten ist. Dies zeigt die Systematik des § 1 KStG 1988, wo als un­beschränkt körperschaftsteuerpflichtige Körperschaft angesehen wird, wer im Inland Ge­schäftsleitung oder Sitz hat. Demnach ist es gleichgültig, ob eine unbeschränkt steuerpflich­tige Kapitalgesellschaft steuerpflichtig, sachlich steuerbefreit oder überhaupt nicht steuerrele­vant tätig wird. Sie ist in all den angeführten Fällen unbeschränkt steuerpflichtig und damit auch mindestkörperschaftsteuerpflichtig (vgl Bauer/Quantschnigg/Schelmann/Werilly, KStG § 24 Tz 47; KStR 2000 Rz 1500).

Zusatzinformationen

betroffene Normen:
Schlagworte:
Mindeststeuer, Mindestkörperschaftsteuer, Liebhaberei

Folgerechtssatz

RV/0415-F/07-RS1 Permalink Entscheidungstext anzeigen

Mindestkörperschaftsteuerpflicht bei Fehlen steuerrelevanter Einkünfte