Rechtssatzkette

Stammrechtssatz

RV/1506-W/02-RS1 Permalink Entscheidungstext anzeigen

Kosten des Verkehrsunfalles eines Gebrauchtwagenhändlers als Betriebsausgabe?

Ob ein Verkehrsunfall betrieblich oder privat veranlasst ist, hängt ua. vom Grad des Verschuldens des Lenkers ab; es wird in jedem Einzelfall zu prüfen sein, ob der Unfall noch als durch den Betrieb veranlasst anzusehen ist. Liegen die Gründe des Schadens im persönlichen Bereich des Betriebsinhabers (vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten), sind die Aufwendungen nicht abzugsfähig. Unfallkosten gelten insbesondere dann nicht als abzugsfähig, wenn der Steuerpflichtige Verkehrsvorschriften nicht nur leicht fahrlässig missachtet hat.
Fährt der Bw. auf einer betrieblich veranlassten Fahrt bei Dunkelheit auf einer gut ausgebauten Freilandstraße mit überhöhter Geschwindigkeit (ca. 130 km/h anstelle der erlaubten 100 km/h) und kommt ihm ein überholender Pkw entgegen, sodass der Bw. zu einem Ausweichmanöver gezwungen wird, in Folge dessen sein Pkw ins Schleudern gerät und eine Böschung hinabstürzt, sodass am Pkw Totalschaden entsteht, und stellt das Fahren des Bw. mit überhöhter Geschwindigkeit dessen einzigen Verstoß gegen die StVO dar (der Pkw des Bw. (va. Bremsen, Reifen) befand sich in technisch einwandfreiem Zustand, die Fahrbahn war trocken, kein Nebel, der Bw. war nicht alkoholisiert), so hat der Bw. zwar unbestritten fahrlässig gehandelt; allerdings vermag die Geschwindigkeitsüberschreitung um ca. 30 km/h alleine noch nicht das Kriterium der groben Fahrlässigkeit (des schweren Verschuldens) zu erfüllen, da diesfalls zumindest noch ein weiterer Tatbestand vorliegen müsste (etwa abgefahrene Reifen, mangelhafte Bremsen, Alkoholisierung, rutschige Fahrbahn, Nebel, Nieselregen etc.). Das Verhalten des Bw. ist somit nicht geeignet, die betriebliche Veranlassung der Unfallkosten (Totalschaden am Pkw) und damit den Betriebsausgabenabzug zu verneinen; eine – hier vorliegende - gerichtliche Verurteilung alleine steht der Abzugsfähigkeit der Unfallkosten nicht entgegen, wenn das Verschulden lediglich geringfügig war.

Zusatzinformationen

betroffene Normen:
Schlagworte:
Kfz-Handel, Gebrauchtwagenhandel, Einzelunternehmen, abgabenbehördliche Prüfung, Verkehrsunfall, Unfallursache, Unfallschaden, Unfallkosten, Betriebsausgabe, betriebliche Veranlassung, Pkw, Auto, Anlagevermögen, Umlaufvermögen, Lokalbesuch, Wochenende, unübersichtliche Rechtskurve, Umfahrungsstraße, Überholen, Schleudern, Leitschiene, Böschung, Totalschaden, StVO, Verkehrsunfallanzeige, Verkehrsvorschriften, Höchstgeschwindigkeit, überhöhte Geschwindigkeit, Abblendlicht, Fahren auf Sicht, Fahrerflucht, Staatsanwaltschaft, Strafantrag, Bezirksgericht, Strafverfügung, außergewöhnliche technische Abnutzung, Beifahrer, Gendarmerie, Verkehrssicherheit, Reifenzustand, abgefahrene Reifen, Bremsen, Nieselregen, Nebel, Verkehrstüchtigkeit, Alkoholisierung, Trunkenheit, Sichtverhältnisse, Dunkelheit, Fahrbahn, Freilandstraße, Ausweichmanöver, leichte Fahrlässigkeit, grobe Fahrlässigkeit, schweres Verschulden, Sorglosigkeit, fahrlässige schwere Körperverletzung, gerichtliche Verurteilung, Geldstrafe, Tagessatz, Wiederaufnahme des Verfahrens, Wiederaufnahmsgrund, geringfügige steuerliche Auswirkung, Ermessen

Folgerechtssatz

RV/0316-W/10-RS1 Permalink Entscheidungstext anzeigen

Verkehrsunfallschaden infolge überhöhter Geschwindigkeit auf nasser Fahrbahn

Hier: Eine Geschwindigkeitsüberschreitung durch den Berufungswerber um mehr als 20 % über die vorgeschriebene Geschwindigkeit und eine gleichzeitig vorliegende nasse Fahrbahn stellen Kriterien dar, wonach das Verhalten des Berufungswerbers nicht als bloß leicht fahrlässig zu beurteilen ist.

Zusatzinformationen

betroffene Normen:
Schlagworte:
Verkehrsunfallschaden, grob fahrlässiges Verhalten, überhöhte Geschwindigkeit, nasse Fahrbahn