Rechtssatzkette

Stammrechtssatz

RV/0678-L/08-RS1 Permalink Entscheidungstext anzeigen

Anteilige Anerkennung der Aufwendungen bei einer gemischt veranlassten Reise

Im Anschluss an die Rechtsansicht des Großen Senates des BFH (Beschluss vom 21.9.2009, GrS 1/06) bzw. darauf basierenden weiteren BFH-Urteilen (jeweils vom 21.4.2010, VI R 66/04 bzw. VI R 5/07) sowie einer Entscheidung des UFS (vom 29.1.2010, RV/0163-I/05) ist bei Reisen, die sowohl betriebliche bzw. berufliche als auch private Bestandteile enthalten, eine Aufteilung der dadurch verursachten Aufwendungen vorzunehmen, sodass das "Aufteilungsverbot" also nicht (generell) zum Tragen kommt. Es bestehen nämlich keine sachlichen Gründe dafür, dass bestimmte Aufwendungen, denen eine eindeutig gemischte – und somit auch betriebliche bzw. berufliche – Veranlassung zu Grunde liegt, zumindest anteilig steuermindernd geltend gemacht werden können (zB auch nach der österreichischen Rechtsansicht etwa Kraftfahrzeuge oder Personalcomputer), während dies bei anderen Aufwendungen (wie eben etwa Reisen oder bei Wirtschaftsgütern, bei denen angeblich prima facie von einer privaten Veranlassung des Erwerbs auszugehen ist) nicht der Fall sein soll.

Zusatzinformationen

betroffene Normen:
Schlagworte:
Betriebsausgabe, Reise, Veranlassung, Privataufwand

Folgerechtssatz

RV/1493-W/11-RS2 Permalink Entscheidungstext anzeigen

Aufwendungen für die Reise eines politischen Funktionärs zwecks Studiums der Schlussphase des Präsidentschaftswahlkampfes in den USA