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Erlass des BMF vom 18.04.2019, BMF-010220/0085-IV/5/2019 gültig ab 18.04.2019

Verbrauchsteuerrechtliche Behandlung von Biermischgetränken

(Radlererlass)
Im Interesse einer einheitlichen Vorgehensweise betreffend die verbrauchsteuerrechtliche Behandlung von Biermischgetränken ergeht folgende Regelung:

1. Verbrauchsteuerrechtliche Behandlung von Biermischgetränken

1.1. Gesetzliche Grundlagen

Die Richtlinie 92/83/EWG des Rates vom 19. Oktober 1992 zur Harmonisierung der Struktur der Verbrauchsteuern auf Alkohol und alkoholische Getränke (in Folge Alkoholsteuerstruktur-RL) legt die Rahmenbedingungen für die verbrauchsteuerliche Behandlung von Bier, einschließlich Biermischgetränken, fest.

Durch das Bundesgesetz, mit dem die Biersteuer an das Gemeinschaftsrecht angepasst wird (BierStG 1995), wurden die Bestimmungen der Alkoholsteuerstruktur-RL betreffend Bier in nationales Recht umgesetzt.

1.1.1. Steuergegenstand

Als Bier im Sinne des Art. 2 der Alkoholsteuerstruktur-RL bzw. des § 2 Abs. 1 BierStG 1995 gelten alle Erzeugnisse des KN-Codes 2203 mit einem Alkoholgehalt von mehr als 0,5% vol., sowie alle Erzeugnisse des KN-Codes 2206, die eine Mischung von Bier und nichtalkoholischen Getränken enthalten und deren vorhandener Alkoholgehalt 0,5% vol. übersteigt.

1.1.2. Bemessungsgrundlage und Steuersatz

Art. 3 Abs. 1 der Alkoholsteuerstruktur-RL ermöglicht den Mitgliedstaaten, die Verbrauchsteuer für Bier wahlweise entweder nach Anzahl Hektoliter/Grad Plato des Fertigerzeugnisses oder nach Anzahl Hektoliter/Grad vorhandener Alkoholgehalt des Fertigerzeugnisses festzusetzen. In Österreich ist für die Besteuerung von Bier gemäß § 3 BierStG 1995 die Berechnung der Biersteuer nach Grad Plato festgelegt.

§ 3 Abs. 2 BierStG 1995 regelt, dass Grad Plato der Stammwürzegehalt des Bieres in Gramm je 100 Gramm Bier ist, wie er sich nach der großen Ballingschen Formel aus dem im Bier vorhandenen Alkohol- und Extraktgehalt errechnet. Bruchteile eines Grades (Nachkommastellen) bleiben außer Betracht.