Suchbegriffe anzeigen Änderungen anzeigen
  • Abschnitt:
  • <
  • 1
  • /
  • ...
  • /
  • 8
  • /
  • 9
  • /
  • 10
  • /
  • ...
  • /
  • 24
  • >
Richtlinie des BMF vom 15.12.2007, BMF-010313/0596-IV/6/2007 gültig von 15.12.2007 bis 11.03.2009

ZK-0051, Arbeitsrichtlinie zugelassener Wirtschaftsbeteiligter (AEO)

  • 6. Entscheidung über den Antrag

5.5. Pre Audit

Als Pre Audit wird die Überprüfung von AEO-Kriterien vor Ort an einem oder mehreren Standorten des Antragstellers durch das zuständige Zollamt bezeichnet. Ergänzende Audits durch weitere Zollbehörden bzw. Zollämter können sich aus dem gemeinschaftlichen oder nationalen Konsultationsverfahren ergeben.

Pre Audits bzw. ergänzende Pre Audits werden im Rahmen der Prüfung der AEO-Kriterien im Detail zu nachstehenden Zwecken durchgeführt:

  • Stichprobenweise Überprüfung der Selbstbewertung
  • Überprüfung von Restrisiken aus der Risikoanalyse
  • Einsichtnahme in zur Einsicht aufliegende Referenzdokumente bzw. zugängliche Referenzdaten
  • Überprüfung der physischen Sicherheitsstandards gemäß Art. 14k Abs. 1 lit. a) bis c) bei AEOS oder AEOF-Anträgen
  • Ersuchen einer konsultierenden Zollbehörde

Das Pre Audit hat die Rechtsstellung einer Nachschau iSd des § 24 ZollR-DG. Ein Nachschauauftrag gemäß § 24 ZollR-DG ist jedoch im Hinblick auf die mit dem Antrag verbundene Prüfungsverpflichtung (Art. 14n) und die für den Antragsteller inhaltlich und zeitlich eingeschränkten Prüfkriterien (Art. 14h bis Art. 14k) nicht erforderlich. Darüber hinaus gehende Prüfungshandlungen (zB Prüfung bei Dritten im Falle von ausgelagerten Tätigkeiten oder bei zu erweiterterndem Prüfungsgegenstand im Falle von im Zuge des Pre Audits festgestellten Unregelmäßigkeiten) erfordern hingegen eine gesonderte Prüfungsanordnung und einen formellen Nachschauauftrag gemäß § 24 ZollR-DG.

Das Pre Audit bzw. Hauptaudit ist im Regelfall an jenem Standort durchzuführen, an dem die meisten Informationen oder Daten hinsichtlich der Erfüllung der AEO-Kriterien zugänglich sind. Dies wird in der Regel der Ort der Hauptbuchhaltung bzw. der Ort der allgemeinen logistischen Verwaltung des Antragstellers iSd Art. 14d sein. Die Entscheidung, welche Standorte bzw. Räumlichkeiten in Augenschein zu nehmen sind und welche Zollbehörden zu konsultieren sind, liegt innerhalb des Rechtsrahmens des Art. 14m (zwingende Konsultationsfälle) und 14n (Möglichkeit der Prüfung einer repräsentativen Anzahl von Räumlichkeiten) beim zuständigen Zollamt.

5.5.1. Planung und Teambildung

Die Entscheidung über die Zusammensetzung des Audit-Teams obliegt dem zuständigen Kundenteam und ist nach Durchführung der Risikoanalyse und Einschätzung des erforderlichen Prüfungsumfanges zu treffen. Ein Audit-Team sollte bedarfsabhängig aus mindestens zwei und maximal 3 Zollbediensteten bestehen, Kundenbetreuer und/oder Auditor sollten in jedem Fall im Team vertreten sein. Grundsätzlich ist nur ein Audit je Standort durchzuführen, die Dauer sollte zwischen 1-3 Tagen liegen. Das Audit-Team führt das Audit grundsätzlich gemeinsam durch, eine Aufteilung der Prüfungskriterien auf spezialisierte Teammitglieder ist jedoch möglich. Abweichungen von den Richtlinien können im Falle umfassender Prüfungen der Buchführung oder der Zahlungsfähigkeit mit BPZ-Unterstützung erforderlich werden. Die zeitliche Planung des Audits sollte im Einvernehmen mit dem Antragsteller erfolgen. Für das Audit-Team ist ein Dienstauftrag, jedoch kein Nachschauauftrag (siehe Abschnitt 5.5.) auszustellen.

Das Pre Audit ist dem Antragsteller anzukündigen und sollte bereits im Vorfeld mit dem Antragsteller terminlich und inhaltlich abgestimmt werden (siehe auch Abschnitt 5.4.4.2.). Jedes Pre Audit sollte mit einem Einführungsgespräch beginnen, an dem alle Vertreter des Audit-Teams sowie alle sachlich betroffenen Ansprechpartner des Antragstellers teilnehmen.

5.5.2. Dokumentation

Über das Ergebnis des Pre Audits bzw. über die Ergebnisse des/der ergänzenden Audits ist jeweils (nur) eine Niederschrift aufzunehmen. Bei inhaltlich getrennten Prüfungshandlungen (zB Auditor, BPZ-Prüfer) haben die Teilergebnisse in die Niederschrift einzufließen.