Richtlinie des BMF vom 11.12.2015, BMF-010222/0088-VI/7/2015 gültig von 11.12.2015 bis 12.12.2018

LStR 2002, Lohnsteuerrichtlinien 2002

Die Lohnsteuerrichtlinien 2002 stellen einen Auslegungsbehelf zum Einkommensteuergesetz 1988 dar, der im Interesse einer einheitlichen Vorgangsweise mitgeteilt wird. Die Lohnsteuerrichtlinien sind als Zusammenfassung des geltenden Lohnsteuerrechts und somit als Nachschlagewerk für die Verwaltungspraxis und die betriebliche Praxis anzusehen. Sie basieren auf den Lohnsteuerrichtlinien 1999.
  • 11 STEUERSÄTZE UND STEUERABSETZBETRÄGE (§ 33 EStG 1988)

11.2 Berücksichtigung der Absetzbeträge (§ 33 Abs. 2 EStG 1988)

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Von dem sich nach Anwendung der Steuersätze gemäß § 33 Abs. 1 EStG 1988 ergebenden Betrag sind in folgender Reihenfolgeabzuziehen:

  • der Alleinverdiener/Alleinerzieherabsetzbetrag,
  • der Unterhaltsabsetzbetrag,
  • der (erhöhte) Verkehrsabsetzbetrag,
  • der Arbeitnehmerabsetzbetrag (bis 2015),
  • der (erhöhte) Pensionistenabsetzbetrag (soweit der Verkehrsabsetzbetrag und Arbeitnehmerabsetzbetrag nicht zustehenzusteht).,
  • der Pendlereuro.

Der Arbeitnehmer- und der Verkehrsabsetzbetrag (bzw.Ab dem Kalenderjahr 2016 können alle oben genannten Absetzbeträge bei der Pensionistenabsetzbetrag) stehen insoweit nichtBerechnung der Einkommensteuer zu, als sie jene Steuer übersteigen, die auf die zum laufenden Tarif zu versteuernden nichtselbständigen Einkünfte entfällt einem Betrag unter null führen.

Beispiel:

Bei lohnsteuerpflichtigen Einkünften (unabhängig davon ob es sich um Aktiv- oder Pensionseinkünfte handelt) in Höhe von jährlich 11.800 Euro stehen der Arbeitnehmer- und der Verkehrsabsetzbetrag nicht in Höhe von zusammen 345 Euro, sondern nur in Höhe von 292 Euro (= Steuer von 11.800 Euro) zu.