Richtlinie des BMF vom 05.01.2007, BMF-010307/0025-IV/7/2007 gültig von 05.01.2007 bis 15.11.2012

MO-8407, Arbeitsrichtlinie "Ausfuhrerstattung Rindfleisch"

  • 2. Lebende Rinder
  • 2.1. Allgemeines

2.1.2. Ohrmarken

Mit Inkrafttreten der Verordnung (EG) Nr. 820/97 der Europäischen Kommission mit 1.1.1998 und nach Ablauf der darin vorgesehenen Übergangsbestimmungen per 1.12.1998 müssen lebende Rinder nach den Bestimmungen dieser Verordnung gekennzeichnet werden.

Aus diesem Grund sind "alte" wie auch "neue" Ohrmarken wie folgt anzuerkennen:

a) Geburt des Tieres vor dem 1.1.1998:

  • Reinrassige Zuchtrinder
  • Von der Zentralen Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Rinderzüchter (ZAR) ausgegebene Messing- oder Plastikohrmarken, die neben dem Emblem der ZAR auch noch die Symbole "AT" und "Ö" mit Bundesländercode sowie die neunstellige Lebensnummer (bei Messing-Ohrmarken auf der Vorderseite siebenstellig und auf der Rückseite zweistellig) tragen.
  • andere als reinrassige Zuchtrinder
  • Von den Gemeinden ausgegebene Plastik-Ohrmarken mit neunstelliger Lebensnummer.
  • Nicht anzuerkennen sind sog. "TBC-Ohrmarken", welche noch aus der Tierkennzeichnungsverordnung 1990 resultieren. Es handelt sich hierbei um Ohrmarken, die einen alpha-numerischen Code aufweisen und somit nicht der VO (EG) Nr. 820/97 entsprechen.

Eine Umkennzeichnung der Rinder nach dem System der VO (EG) Nr. 820/97 (siehe dazu AbschnittBuchstabe b)) kann auf Verlangen des Tierhalters durchgeführt werden.

b) Geburt des Tieres ab dem 1.1.1998:

Es gilt die Kennzeichnungsverordnung (EG) Nr. 820/97, welche folgende Neuerungen vorsieht:

  • Kennzeichnung der Rinder auf beiden Ohren mittels Ohrmarke
  • geringfügige Änderung des Aussehens der Ohrmarken:
    • Anstelle des ZAR-Symbols wird das Agrarmarkt Austria-Logo angebracht und zusätzlich ein Strichcode aufgenommen. Die bestehende 9-stellige Lebensnummer samt dazugehöriger 4-stelliger Prüfzahl bleibt unverändert.
  • Die Landwirte sind verpflichtet allen Rindern bereits spätestens 7 Tage nach ihrer Geburt Ohrmarken anzulegen.
  • Installierung eines umfassenden Meldesystems für Landwirte, Züchter, Händler und Schlachthöfe:
    • Innerhalb von 7 Tagen ist eine Meldung über jede Tiergeburt, Schlachtung, Umsetzung oder Verendung eines Rindes durchzuführen. Diese Informationen fließen in eine durch die Agrarmarkt Austria zentral geführte Datenbank ein, so dass die Rückverfolgung der (exportierten) Tiere bis hin zu den Landwirten oder Züchtern jederzeit möglich ist.
  • Für ab dem 1.1.1998 geborene reinrassige Zuchtrinder entfällt die Ohrtätowierung.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass sowohl in den Fällen laut AbschnittBuchstabe a) wie auch b) nur mehr ausschließlich jene Ohrmarken anerkannt werden können, die eine neunstellige Lebensnummer tragen.

Anders gekennzeichnete Tiere sind nicht erstattungsfähig, da durch die fehlende oder mangelhafte Kennzeichnung die Identität der Rinder und somit auch der geforderte EU-Ursprung nicht nachvollzogen werden kann. Sollten im Zuge von Abfertigungshandlungen derartige Feststellungen getroffen werden, ist dies auf der Ausfuhranmeldung bzw. im Beschauprotokoll zu vermerken.