Richtlinie des BMF vom 16.04.2015, BMF-010302/0029-IV/8/2015 gültig von 16.04.2015 bis 06.06.2016

AH-1110, Arbeitsrichtlinie Außenhandelsrecht / Zoll

Die Arbeitsrichtlinie enthält die allgemein anzuwendenden Vorschriften im Bereich des Außenhandelsrechts bei der Durchführung von Zollverfahren sowie Übersichten über das Außenhandelsrecht.

1. Rechtsgrundlagen

1.1. Unmittelbar anwendbares Recht der Europäischen Gemeinschaft

1.1.1. Allgemeine Rechtsnormen

(1) Verordnung (EG) Nr. 1061/2009Verordnung (EG) 2015/479 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 1911. Oktober 2009 zur Festlegung einer März 2015 über eine gemeinsamen Ausfuhrregelung (kodifizierte Fassung), ABlABl. Nr. L 83 vom 27.03.2015 S. 34. Nr. L 291 vom 07.11.2009 S. 1-7, In-Kraft-Treten am 27.11.200916. April 2015 [Veröffentlichung + 20].

(2) Verordnung (EG) Nr. 260/2009Verordnung (EG) 2015/478 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 2611. Februar 2009März 2015 über dieeine gemeinsame Einfuhrregelung (kodifizierte Fassung), ABl. Nr. L 83 vom 27.03.2015 S. 16ABl, In-Kraft-Treten am 16. Nr. L 84 vom 31.03.2009 SApril 2015 [Veröffentlichung + 20]. 1-17.

(3) Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 1182/71 des Rates vom 3. Juni 1971 zur Festlegung der Regeln für die Fristen, Daten und Termine, ABl. Nr. L 124 vom 08.06.1971 S. 1-2, In-Kraft-Treten am 1. Juli 1971.

(4) Verordnung (EU) Nr. 113/2010 der Kommission vom 9. Februar 2010 zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 471/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über Gemeinschaftsstatistiken des Außenhandels mit Drittländern hinsichtlich der Abdeckung des Handels, der Definition der Daten, der Erstellung von Statistiken des Handels nach Unternehmensmerkmalen und Rechnungswährung sowie besonderer Waren oder Warenbewegungen, ABl. Nr. L 37 vom 10.02.2010 S. 1-11, In-Kraft-Treten am 2. März 2010 [Datum der Veröffentlichung + 20].

1.1.2. Spezifische Rechtsnormen zu außenwirtschaftsrechtlichen Maßnahmen

Das Außenwirtschaftsrecht umfasst aus dem unmittelbar anwendbaren Recht der Europäischen Gemeinschaft

  • Rechtsakte auf Grund von Art. 207 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ex Art. 133 des EG-Vertrags) zur Kontrolle des Handels mit Gütern und bestimmten Dienstleistungen, die neben möglichen zivilen Verwendungen auch zu militärischen Zwecken, zum Zweck der Vollstreckung der Todesstrafe, zu Folter oder sonstiger unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung verwendet oder erbracht werden können,
  • Rechtsakte auf Grund von Art. 215 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ex Art. 301 des EG-Vertrags), mit denen restriktive Maßnahmen festgelegt werden mit Ausnahme von restriktiven Maßnahmen, die unter Art. 75 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ex Art. 60 des EG-Vertrags) fallen, und
  • Rechtsakte auf Grund von Art. 207 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ex Art. 133 des EG-Vertrags), mit denen andere als die im ersten Punkt genannten Beschränkungen bei der Ein- und Ausfuhr von Waren im Rahmen der Gemeinsamen Handelspolitik festgelegt werden.

Die spezifischen Rechtsnormen für einzelne außenwirtschaftsrechtliche Maßnahmen sind den Spezial-Arbeitsrichtlinien zu entnehmen.

1.2. Österreichisches Recht

(1) Bundesgesetz, mit dem das Außenwirtschaftsgesetz 2011 - AußWG 2011 erlassen wird, BGBl. I Nr. 26/2011; In-Kraft-Treten am 1. Oktober 2011.

(2) Erste Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zur Durchführung des Außenwirtschaftsgesetzes 2011 (Erste Außenwirtschaftsverordnung 2011 - 1. AußWV 2011), BGBl. II Nr. 343/2011; In-Kraft-Treten am 29. Oktober 2011 mit Ausnahmen (siehe § 21 1. AußWV 2011).

(3) Zweite Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zur Durchführung des Außenwirtschaftsgesetzes 2011 (Zweite Außenwirtschaftsverordnung 2011 - 2. AußWV 2011), BGBl. II Nr. 418/2011, In-Kraft-Treten am 15. Dezember 2011.

(4) Dritte Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zur Durchführung des Außenwirtschaftsgesetzes 2011 (Dritte Außenwirtschaftsverordnung 2014 - 3. AußWV 2014), BGBl. II Nr. 6/2015, In-Kraft-Treten am 23. Jänner 2015.

(5) Bundesgesetz betreffend ergänzende Regelungen zur Durchführung des Zollrechts der Europäischen Gemeinschaften (Zollrechts-Durchführungsgesetz - ZollR-DG), BGBl. Nr. 659/1994.

(6) Verordnung des Bundesministers für Finanzen betreffend die Festlegung des Inhalts von schriftlich oder mit Mitteln der Datenverarbeitung abgegebenen Zollanmeldungen (Zollanmeldungs-Verordnung 2005 - ZollAnm-V 2005).

(7) Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991 (AVG), BGBl. Nr. 51/1991.

(8) Bundesgesetz vom 23. Jänner 1974 über die mit gerichtlicher Strafe bedrohten Handlungen (Strafgesetzbuch - StGB), BGBl. Nr. 60/1974.

(9) Bundesgesetz vom 15. Mai 1987 über die Auskunftspflicht der Verwaltung des Bundes (Auskunftspflichtgesetz).

(10) Bundesgesetz über die Zahl, den Wirkungsbereich und die Einrichtung der Bundesministerien, BGBl. Nr. 287/1987, (Bundesministeriengesetz 1986 - BMG).

2. Zuständige österreichische Behörde für Genehmigungen

(1) Zuständig zur Erteilung außenwirtschaftsrechtlicher Genehmigungen in Österreich ist das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW), Abteilung C2/9, 1011 Wien, Stubenring 1; Tel.: +43 (0)1 711 00-0*.

BMWFW Homepage

http://www.bmwfw.gv.at/Seiten/default.aspx

BMWFW-Aussenwirtschaft

http://www.bmwfw.gv.at/Aussenwirtschaft/Seiten/default.aspx

Exportkontrolle-online

http://www.bmwfw.gv.at/AUSSENWIRTSCHAFT/EXPORTKONTROLLE-ONLINE/Seiten/default.aspx

(2) Zuständig zur Erteilung von Genehmigungen im Bereich Finanztransaktionen und Finanzembargos ist die Österreichische Nationalbank (OeNB). Zum Beispiel finden sich dort auch Informationen zum Iran-Embargo finanzielle Aspekte betreffend.

(3) Für die einzelnen Länderembargos wird in den betreffenden Rechtsvorschriften das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMeiA) als zuständige Behörde angeführt. Informationen zu den jeweiligen Embargos sind unter den in den betreffenden Rechtsvorschriften angeführten Kontakten erhältlich.

Die für den jeweiligen Vorgang notwendigen Genehmigungen werden jedoch nicht vom BMeiA sondern vom BMWFW bzw. von der OeNB erteilt.