EAS-Auskunft des BMF vom 19.04.1995, 04 0610/59-IV/4/95 gültig ab 19.04.1995

Antragsveranlagung für ein schweizerisches Tourneetheater

EAS 620; CH Schweiz; 1710 Künstler

Liegt die Umsatzrendite eines schweizerischen Tourneetheaters bei rund 14% und erzielt dieses Theater für ein z.B. mit einer Gage von S 100.000,- dotiertes österreichisches Gastspiel einen Gewinn von lediglich S 14.000,-, so ist durchaus einzusehen, dass dieses Theater seine weitere kulturelle Betätigung in Österreich einstellt, wenn als zusätzliche Belastung eine österreichische Abzugssteuer von S 20.000,- (20% gemäß § 99 Abs. 1 Z. 1 EStG) hinzutritt.

Diese österreichische Steuerbelastung kann in derartigen Fällen jedoch dadurch herabgesetzt werden, dass die 1989 in Österreich eingeführte Möglichkeit einer Antragsveranlagung (§ 102 Abs. 1 Z. 3 EStG) in Anspruch genommen wird; denn diese Möglichkeit steht nach Auffassung des Bundesministeriums für Finanzen gemäß § 24 Abs. 3 KStG auch juristischen Personen offen.

Ergibt sich ein in Österreich steuerpflichtiges Einkommen von S 14.000,- würde dies im Fall einer Antragsveranlagung zu einer inländischen Körperschaftsteuerbelastung von S 4.760,- (34%) führen, auf die die inländische Abzugssteuer von 20.000,- angerechnet werden würde, so dass die Abzugssteuer bei diesen Annahmen in Höhe von S 15.240,- rückerstattet würde.

19. April 1995 Für den Bundesminister: Dr. Loukota

Für die Richtigkeit der Ausfertigung: