Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSW vom 17.12.2009, RV/1762-W/08

Höhe des absetzbaren Zinsenaufwands

Rechtssätze

Keine Rechtssätze vorhanden

Entscheidungstext

Der Unabhängige Finanzsenat hat über die Berufungen der Bw, W., vertreten durch CMS Reich-Rohrwig Hainz, Rechtsanwälte GmbH, 1010 Wien, Ebendorferstraße 3, gegen die Bescheide des Finanzamtes Wien 9/18/19 Klosterneuburg, vertreten durch Mag. Martin König, betreffend Feststellung von Einkünften gemäß § 188 BAO für die Jahre 2001 bis 2006 entschieden:

Den Berufungen wird in eingeschränktem Umfang Folge gegeben.

Die angefochtenen Bescheide werden abgeändert.

Die getroffenen Feststellungen sind dem Ende der folgenden Entscheidungsgründe zu entnehmen und bilden einen Bestandteil dieses Bescheidspruches.

Entscheidungsgründe

Die Berufungswerberin (Bw.) wurde im Streitzeitraum in der Rechtsform einer KEG geführt. Ihr Geschäftszweig umfasst Leasing sowie Vermietung und Verpachtung. Nach Durchführung einer Außenprüfung nach § 150 BAO waren im Berufungsverfahren noch folgende Punkte strittig:

 

1) Prozentuelle Höhe des absetzbaren Zinsenaufwandes; die Berufungsbehörde hat folgende Berechnung als rechtlich zutreffend vorgeschlagen:

AK+Sanierung

%

K-gasse

872.578,87

75,71, davon 9,55% = 7,23%

H-straße

250.736,44

21,76%

E-Straße

29.172,67

2,53%

Gesamt

1,152.487,98

31,52%

Sowohl die Bw. als auch der Finanzamtsvertreter haben sich hiermit einverstanden erklärt.

2) Doppelerfassung von AfA- und Betriebskostenbeträgen; in der Stellungnahme der Betriebsprüfung wurde die Doppelerfassung konzediert.

3) Ausscheiden eines Anteils für Grund und Boden aus den Anschaffungskosten der Liegenschaft H-straße. Die Bw. hat zugestanden, dass ein Ausscheiden irrtümlich unterblieben ist. Der Verwaltungspraxis folgend, erachten die Parteien des Verwaltungsverfahrens übereinstimmend einen Anteil von 20% für angemessen.

Über die Berufung wurde erwogen:

Auch die Berufungsbehörde hegt keine Bedenken, die angefochtenen Bescheide im diesem Sinne abzuändern. Hieraus ergibt sich folgende Berechnung (jeweils in €):

 

1) Absetzbarer Zinsenaufwand:

x 31,52%

Differenz

2001

29.423,29

9.274,22

20.149,07

2002

16.071,81

5.065,83

11.005,98

2003

16.266,44

5.127,18

11.139,26

2004

12.481,26

3.934,09

8.547,17

2005

12.449,79

3.924,17

8.525,62

2006

6.607,16

2.082,58

4.524,58

2) Korrektur von AfA- und Betriebskostenbeträgen: siehe Berufung.

3) Korrektur Anteil Grund und Boden H-straße:

2001: Anschaffungskosten: 218.018,50 minus 20% (43.603,70) = 174.414,80, davon 1,5% = 2.616,22; AfA-Differenz: 637,79

2002: Aktivierung der GrESt: 7.360,65 minus 20% (1.526,13) = 6.104,52, RND: 65,5 Jahre = 93,20; gesamte AfA ab 2002 daher: 2.709,42; AfA-Differenz: 659,34.

 

4) Gewinnermittlung:

2001

2002

2003

2004

2005

2006

Gewinn lt. Bp

22.953,34

14.724,28

23.552,97

17.534,88

24.690,64

5.035,11

Zinsendiff. bisher

- 25.101,01

- 13.710,86

- 13.876,90

- 10.647,76

- 10.620,92

- 5.636,57

Zinsendiff. neu

20.149,07

11.005,98

11.139,26

8.547,17

8.525,62

4.524,58

Korr. AfA + BK

- 4.202,03

- 3.045,70

- 2.226,13

- 2.191,29

- 2.103,21

- 2.247,55

AfA-Diff H-Str

637,79

659,34

659,34

659,34

659,34

659,34

Gewinn neu

14.437,16

9.633,04

19.248,54

13.902,34

21.151,47

2.334,91

Feststellung von Einkünften gemäß § 188 BAO:

1) Die im Kalenderjahr 2001 erzielten Einkünfte werden gemäß § 188 BAO festgestellt:

Einkünfte aus Gewerbebetrieb: 14.437,16 €

XX (Finanzamt Wien 9/18/19 Klosterneuburg, St.Nr. 882/9090)

Anteil Einkünfte: 5.774,86 €

YY (Finanzamt Wien 1/23, St.Nr. 061/9065)

Anteil Einkünfte: 8.662,30 €

2) Die im Kalenderjahr 2002 erzielten Einkünfte werden gemäß § 188 BAO festgestellt:

Einkünfte aus Gewerbebetrieb: 9.633,04 €

XX (Finanzamt Wien 9/18/19 Klosterneuburg, St.Nr. 882/9090)

Anteil Einkünfte: 3.853,22 €

YY (Finanzamt Wien 1/23, St.Nr. 061/9065)

Anteil Einkünfte: 5.779,82 €

3) Die im Kalenderjahr 2003 erzielten Einkünfte werden gemäß § 188 BAO festgestellt:

Einkünfte aus Gewerbebetrieb: 19.248,54 €

XX (Finanzamt Wien 9/18/19 Klosterneuburg, St.Nr. 882/9090)

Anteil Einkünfte: 7.699,42 €

YY (Finanzamt Wien 1/23, St.Nr. 061/9065)

Anteil Einkünfte: 11.549,12 €

4) Die im Kalenderjahr 2004 erzielten Einkünfte werden gemäß § 188 BAO festgestellt:

Einkünfte aus Gewerbebetrieb: 13.902,34 €

XX (Finanzamt Wien 9/18/19 Klosterneuburg, St.Nr. 882/9090)

Anteil Einkünfte: 5.560,94 €

YY (Finanzamt Wien 1/23, St.Nr. 061/9065)

Anteil Einkünfte: 8.341,40 €

5) Die im Kalenderjahr 2005 erzielten Einkünfte werden gemäß § 188 BAO festgestellt:

Einkünfte aus Gewerbebetrieb: 21.151,47 €

XX (Finanzamt Wien 9/18/19 Klosterneuburg, St.Nr. 882/9090)

Anteil Einkünfte: 8.460,59 €

YY (Finanzamt Wien 1/23, St.Nr. 061/9065)

Anteil Einkünfte: 12.690,88 €

6) Die im Kalenderjahr 2006 erzielten Einkünfte werden gemäß § 188 BAO festgestellt:

Einkünfte aus Gewerbebetrieb: 2.334,91 €

XX (Finanzamt Wien 9/18/19 Klosterneuburg, St.Nr. 882/9090)

Anteil Einkünfte: 933,96 €

YY (Finanzamt Wien 1/23, St.Nr. 061/9065)

Anteil Einkünfte: 1.400,94 €

Wien, am 17. Dezember 2009