Info des BMF vom 08.01.2016, BMF-010311/0003-IV/8/2016 gültig von 08.01.2016 bis 01.02.2016

Information zu der am 9. Jänner 2016 in Kraft tretenden Änderung der Arbeitsrichtlinie Lebensmittel (VB-0200)

Mit Durchführungsverordnung (EU) 2016/6 der Kommission wurden besondere Bedingungen für die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln, deren Ursprung oder Herkunft Japan ist, nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima neu gefasst.

Auf Grund dieser Neufassung ergeben sich im Hinblick auf den zu kontrollierenden Warenkreis wesentliche Änderungen - viele bisher kontrollpflichtige Waren wurden gestrichen, neue Waren sind nunmehr kontrollpflichtig.

Gemäß Artikel 5 Abs. 1 der DVO (EU) 2016/6 fallen nunmehr folgende Waren unter die Beschränkungen, sofern sie als Lebensmittel oder zur Verwendung als Futtermittel bestimmt sind:

  • Pilze und deren Verarbeitungserzeugnisse, die unter die KN-Codes 0709 51, 0709 59, 0710 80 61, 0710 80 69, 0711 51 00, 0711 59, 0712 31, 0712 32, 0712 33, 0712 39, 2003 10, 2003 90 und 2005 99 80 fallen;
  • Fisch und Fischereierzeugnisse, die unter die KN-Codes 0302, 0303, 0304, 0305, 0306, 0307, 0308, 1504 10, 1504 20, 1604 und 1605 fallen, ausgenommen Muscheln, die unter die KN-Codes 0307 21, 0307 29 und 1605 52 00 fallen;
  • Reis und dessen Verarbeitungserzeugnisse, die unter die KN-Codes 1006, 1102 90 50, 1103 19 50, 1103 20 50, 1104 19 91, 1104 19 99, 1104 29 17, 1104 29 30, 1104 29 59, 1104 29 89, 1104 30 90, 1901, 1904 10 30, 1904 20 95, 1904 90 10 und 1905 90 fallen;
  • Sojabohnen und deren Verarbeitungserzeugnisse, die unter die KN-Codes 1201 90, 1208 10 und 1507 fallen;
  • Fuki (Petasites japonicus) und deren Verarbeitungserzeugnisse, die unter die KN-Codes 0709 99, 0710 80, 0711 90 und 0712 90 fallen;
  • Aralia spp. und deren Verarbeitungserzeugnisse, die unter die KN-Codes 0709 99, 0710 80, 0711 90 und 0712 90 fallen;
  • Bambusschösslinge (Phyllostacys pubescens) und deren Verarbeitungserzeugnisse, die unter die KN-Codes 0709 99, 0710 80, 0711 90, 0712 90, 2004 90 und 2005 91 fallen;
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum) und dessen Verarbeitungserzeugnisse, die unter die KN-Codes 0709 99, 0710 80, 0711 90 und 0712 90 fallen;
  • Koshiabura (Schössling des Eleuterococcus sciadophylloides) und dessen Verarbeitungserzeugnisse, die unter die KN-Codes 0709 99, 0710 80, 0711 90 und 0712 90 fallen;
  • japanischer Königsfarn (Osmunda japonica) und dessen Verarbeitungserzeugnisse, die unter die KN-Codes 0709 99, 0710 80, 0711 90 und 0712 90 fallen;
  • Straußenfarn (Matteuccia struthioptheris) und dessen Verarbeitungserzeugnisse, die unter die KN-Codes 0709 99, 0710 80, 0711 90 und 0712 90 fallen;
  • (japanische) Dattelpflaumen (Diospyros sp.) und deren Verarbeitungserzeugnisse, die unter die KN-Codes 0810 70 00, 0810 90, 0811 90, 0812 90 und 0813 50 fallen;
  • Zusammengesetzte Erzeugnisse, die zu mehr als 50 % aus den vorstehend genannten Erzeugnissen bestehen.

Die Verbringung der angeführten Lebens- und Futtermittel mit Ursprung in oder Herkunft aus Japan aus einem Drittland in die Europäische Union ist nur über einen "benannten Eingangsort" oder - sofern die angeführten Erzeugnisse auch der veterinärbehördlichen Kontrollpflicht (VB-0320) unterliegen, über eine veterinärbehördliche Grenzkontrollstelle (in Österreich bei den Zollstellen Flughafen Wien und Flughafen Linz) zulässig. Die Einfuhrkontrolle obliegt im Fall von veterinärbehördlich kontrollpflichtigen Waren und bei Lebensmitteln dem grenztierärztlichen Dienst. Im Fall von Futtermitteln dem Bundesamt für Ernährungssicherheit.

Ausgenommen von den Beschränkungen sind:

  • Sendungen, die vor dem 11. März 2011 geerntet und/oder verarbeitet wurden (Dokumentenartencode bei e-zoll in Feld 44 der Zollanmeldung "7019");
  • für den persönlichen Verbrauch bestimmte Lebens- und Futtermittel tierischen Ursprungs im Sinne des Artikels 2 der Verordnung (EG) Nr. 206/2009 (siehe VB-0320 Abschnitt 4.2.; Dokumentenartencode bei e-zoll in Feld 44 der Zollanmeldung "7019");
  • Sendungen mit für den persönlichen Verbrauch bestimmten Lebens- und Futtermitteln nichttierischen Ursprungs, die nicht zu gewerblichen Zwecken, sondern ausschließlich für den persönlichen Ge- oder Verbrauch bestimmt sind (Dokumentenartencode bei e-zoll in Feld 44 der Zollanmeldung "7019").

Diese Änderungen wurden bereits in der Arbeitsrichtlinie Lebensmittel (VB-0200 Anlage 11) berücksichtigt.

 

Bundesministerium für Finanzen, 8. Jänner 2016